Deutsche Langläufer mit vielen Fragezeichen zur Tour de Ski

Oberhof. Eines haben die deutschen Skilangläufer und die Loipen in Oberhof gemeinsam: Im olympischen Winter sind beide weit von ihrer besten Verfassung entfernt. Auf den Strecken in Thüringen, die nach wochenlangem milden Wetter mit einem Kraftakt ansatzweise wettkampftauglich gemacht wurden, wollen die deutschen Athleten bei der am Sonnabend beginnenden Tour de Ski nach einem ganz schwachen Saisonstart doch noch die Kurve Richtung Sotschi bekommen.

Vor allem die „Platzhirsche“ enttäuschten bislang: Der zweimalige Ex-Weltmeister Axel Teichmann holte nur einmal Weltcuppunkte, die zweimalige Olympiasiegerin Claudia Nystad blieb bei ihrem Comeback ebenso ohne Zähler wie der frühere Gesamtweltcupsieger Tobias Angerer. „Wir freuen uns, dass es doch noch mit Oberhof klappt. Das ist ein zentraler Wettkampf für uns – gerade vor heimischem Publikum können sich einige noch den erhofften Schwung holen“, sagte Bundestrainer Frank Ullrich vor der achten Auflage des lukrativen Etappenrennens, das bis zum 5. Januar noch in Lenzerheide (Schweiz), Cortina, Toblach und Val di Fiemme (alles Italien) Station macht.

So ist es zumindest geplant, denn wie in Oberhof kämpfen auch die anderen Organisatoren mit Schneemangel. Die erste Programmänderung vermeldete der Skiweltverband FIS am Donnerstag. Die Verfolgungsrennen der Männer (15 km) und Frauen (9 km) in der klassischen Technik fallen aus und werden durch Sprintrennen (freie Technik) ersetzt. „Ich hoffe sehr, dass die folgenden Rennen stattfinden“, sagte Ullrich, dem Absagen die Planung in Richtung Sotschi kräftig durcheinanderwirbeln könnten. „Alternativen gibt es kaum. Gerade über Silvester würde es schwierig werden, kurzfristig Quartier zu bekommen“, meinte Ullrich.