Menschlich gesehen

Die Libera

Sechs Jahre war Izabela Sliwa alt, als ihr klar war, was sie werden wollte. Als regelmäßige Zuschauerin bei den Spielen ihrer Mutter hatte sich die Polin in das andersfarbige Trikot verliebt, das die Libera eines Volleyballteams, die für das Annehmen und Verteilen der Bälle zuständig ist, von ihren Mitspielerinnen abhebt. „Seitdem wusste ich, dass für mich nur eines infrage kam: Libera zu werden“, sagt sie. 16 Jahre sind seitdem vergangen, und die in Krakau geborene Athletin hat ihr Ziel erreicht. Im Sommer wechselte sie aus der Heimat zum VT Aurubis Hamburg in die Bundesliga, und an diesem Mittwoch versucht sie mit ihrem neuen Team im Pokal-Achtelfinale gegen den Köpenicker SC den ersten Saisonsieg einzufahren.

Angesichts ihrer für Volleyballverhältnisse geringen Körpergröße von 1,66 Metern ist die Position der Libera für die Jugend-Nationalspielerin, die ihr Studium der italienischen Literatur und Kultur für das Deutschland-Abenteuer unterbrochen hat, perfekt. Hier kann sie ihre Kampfstärke am besten zur Geltung bringen. „Ich gebe niemals einen Ball verloren“, umschreibt sie ihre Arbeitseinstellung.

Wer in Training und Spiel so hart rackert, der braucht abseits der Halle Entspannung. Die holt sich Izabela Sliwa in der Küche ihrer Harburger Wohnung. „Meine Küche ist das beste polnische Restaurant Hamburgs“, sagt sie. Wenn sie jetzt noch das sportliche Erfolgsrezept findet, ist alles gut.