Borger/Büthe verlieren Finale der Beachvolleyball-WM

Stare Jablonki. Am Ende blieb Karla Borger/Britta Büthe der ganz große Wurf verwehrt. „Es sah nur so aus, als wären wir die Coolsten der Welt, es war anders“, sagte Borger. Das Stuttgarter Beachvolleyball-Duo reist mit Silber aus dem polnischen Stare Jablonki ab, der ersten WM-Medaille für ein deutsches Frauenteam. „Sobald ich die Augen zumache, sehe ich wieder einzelne Ballsituationen oder höre, wie die fantastische Menge im Stadion mitgeht“, sagte Borger am Flughafen Warschau. „Wir haben nur gegen das beste Team der Welt verloren. Wir können noch dazulernen“, meine Büthe nach dem dramatischen 1:2 (21:18, 17:21, 21:19) im Finale gegen Xi Zhang/Xue Chen, in dem beide fünf Matchbälle abwehrten und den einen eigenen nicht nutzten. Gegen die Chinesinnen waren die Hamburgerinnen Laura Ludwig/Kira Walkenhorst im Viertelfinale ausgeschieden.

Seit 2008 spielen Büthe, 25, und Borger, 24, zusammen. 2009 gönnten sie sich eine kurze Auszeit, danach ging es voran. Seit acht Monaten haben sie am Stuttgarter Olympiastützpunkt mit Guillermo Hernandez einen hauptamtlichen Trainer. „Zum ersten Mal in unserer Karriere kümmert sich jemand nur um uns. Das hilft“, sagt Blockspielerin Büthe. Mit der Unterstützung des Spaniers wurden sie Weltklasse.

Ludwig, 27, und Walkenhorst, 22, waren ebenfalls mit ihrem Abschneiden, Platz fünf, zufrieden. „Es ist immer schade, vorzeitig auszuscheiden, gerade bei diesem Publikum in Polen, das Beachvolleyball liebt, aber wir haben uns als Team weiterentwickelt. Das ist positiv“, sagte Ludwig. Besonders die Absprachen auf dem Feld klappten weit besser als zuletzt, „und auch gegen Xi und Xue hatten wir unsere Chancen. Leider hatten wir zu lange Phasen, in den wir keine Lösung gefunden haben.“ In dieser Woche schlagen Ludwig/Walkenhorst in Gstaad (Schweiz) auf.

Markus Böckermann/Mischa Urbatzka (FC St. Pauli) waren im Achtelfinale gegen die Titelverteidiger und Olympiazweiten Alison Cerutti/Emanuel Rego (Brasilien) mit 1:2 (21:15, 16:21, 10:15) ausgeschieden. Die Berliner Jonathan Erdmann/Kay Matysik verloren im Halbfinale gegen die späteren Weltmeister Alexander Brouwer/Robert Meeuwsen (Niederlande) mit 0:2 Sätzen, gewannen dann aber das Spiel um Platz drei gegen Cerutti/Rego mit 2:0 und holten Bronze.