Vier Neue für den Ruder-Achter

Bundestrainer setzt auf fünf Olympiasieger. Mit Eric Johannesen als Schlagmann zur EM

Dortmund. Nach monatelanger Suche hat Ruder-Bundestrainer Ralf Holtmeyer am Freitag in Dortmund seine Idealbesetzung für den Deutschland-Achter bekannt gegeben. Neben dem Hamburger Eric Johannesen sind mit Maximilian Reinelt, Kristof Wilke, Richard Schmidt und Steuermann Martin Sauer fünf Olympiasieger von London mit an Bord. Die durch Rücktritte und Wettkampfpausen nach den Spielen frei gewordenen Plätze erkämpften sich die Neulinge Maximilian Munski, Hannes Ocik, Felix Drahotta und Anton Braun. Damit vertraut der Bundestrainer im Flaggschiff des Deutschen Ruderverbands (DRV) jener Crew, die Anfang Juni die Europameisterschaft in Spanien gewann.

Der EM-Titel gilt als Startpunkt eines Vierjahresplans, an dessen Ende der Olympia-Erfolg 2016 in Rio de Janeiro stehen soll. Der Fokus liegt klar auf Brasilien, trotzdem fordert Holtmeyer auch kurzfristige Erfolge: „Ein vierter Platz ist nicht unser Anspruch.“ Vom 25. August bis zum 1. September steht für den Achter als erste Bewährungsprobe die Weltmeisterschaft in Südkorea an. Zuvor kommt es zur Generalprobe beim Weltcup-Finale auf dem Luzerner Rotsee.

Bei der Nominierung ließ sich Holtmeyer dieses Mal ungewöhnlich viel Zeit. Nach einem missratenen Saisonstart bei der Hügelregatta in Essen, wo sich der Ruder-Achter mit einem vierten Rang begnügen musste, rief der Bundestrainer zu einem weiteren Test in Ratzeburg. Die Leistungsergebnisse daraus waren dann entscheidend. Olympiasieger Johannesen konnte sich in seiner neuen Rolle als Schlagmann beweisen. Der Bergedorfer wird die Position auch weiterhin übernehmen und zeigte sich optimistisch für die anstehende WM: „Wir wollen in Südkorea den Titel verteidigen.“

Im vierjährigen Olympiazyklus blieb der Deutschland-Achter zuletzt ungeschlagen. Dennoch will sich die Crew nicht vom Druck beeinflussen lassen. Nach London stand für die meisten Crewmitglieder die berufliche Karriereplanung im Vordergrund. Das Training im Winter wurde deutlich reduziert. „Bis Weihnachten haben wir uns auf den Lorbeeren ausgeruht. Jetzt haben wir wieder richtig Lust auf Leistung“, sagte Reinelt. Holtmeyer warnte vor übertriebener Erwartungshaltung: „Wir müssen alle ruhig bleiben und dürfen nicht davon ausgehen, dass alles so reibungslos weiterläuft.“