Paukenschlag im Herrentennis: Kühnen tritt zurück

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Dem Daviscup-Teamchef fehlte Rückendeckung. Nachfolger könnte Carsten Arriens werden

Berlin. Patrik Kühnen reicht es: Nach zehnjähriger Amtszeit hat der Daviscup-Teamchef gestern seinen Rücktritt bekannt gegeben. Damit erreicht die seit Monaten schwelende Krise im deutschen Herrentennis ihren vorläufigen Höhepunkt. "In den vergangenen Wochen habe ich den Eindruck gewonnen, dass mir die nötige Unterstützung und Rückendeckung des Deutschen Tennis-Bundes fehlt. Ich sehe deshalb keine Vertrauensbasis für eine weitere Zusammenarbeit und beende an dieser Stelle die Gespräche über die Fortsetzung meiner Tätigkeit mit dem DTB", teilte der 46-Jährige in einer schriftlichen Erklärung mit.

Die Anzeichen für Kühnens Abschied hatten sich nach dem Dauerzwist mit Spitzenspieler Philipp Kohlschreiber (19. der Weltrangliste) und dem Streit mit einem Sponsor zuletzt verdichtet. "Sein Schritt kommt nicht überraschend, da sich in vielen Gesprächen mit Patrik Kühnen und den Spielern abgezeichnet hat, dass ein Neuanfang die beste Lösung für das deutsche Herrentennis ist", sagte DTB-Präsident Karl-Georg Altenburg.

Er rechnet damit, noch vor Weihnachten einen Nachfolger präsentieren zu können. Dieser soll sich dann auch um den Nachwuchs kümmern, muss vor allem aber das Daviscup-Team für das Erstrundenspiel vom 1. bis 3. Februar 2013 in Argentinien zusammenstellen - womöglich dann wieder mit Kohlschreiber, den Kühnen zuletzt nicht nominiert hatte. "Ich akzeptiere und verstehe die Entscheidung", kommentierte Kohlschreiber den Rücktritt.

Als Nachfolgekandidat gilt Exprofi Carsten Arriens, 43, auch wenn er nach eigenen Angaben noch nicht gefragt wurde. Der ehemalige Daviscup-Spieler Alexander Waske scheidet als Nachfolger offenbar aus. Der Doppelspezialist hat seine Karriere beendet und fungiert seit Kurzem als Coach des Österreichers Jürgen Melzer. Vor allem jedoch ist Waske in die Arbeit mit seiner Tennisakademie in Offenbach eingebunden. Die Akademie betreibt er mit dem ebenfalls nicht mehr als Spieler aktiven Rainer Schüttler. Dem einstigen Australian-Open-Finalisten wurde der Posten nach eigenen Angaben ebenfalls bisher nicht angeboten. Schüttler ist inzwischen in die Organisation des neuen ATP-Turniers in Düsseldorf eingebunden, der Nachfolgeveranstaltung für den World Team Cup.

Die Verlängerung von Kühnens Ende 2012 auslaufendem Vertrag zog sich seit Monaten hin, auch nach dem 3:2 im Relegationsspiel über Australien Mitte September blieb der als überfällig geltende Schritt aus. Nun zog Kühnen die Konsequenzen.

( (dpa) )