Paralympics: Wyludda und Czyz beklagen Prämienregelung

Frankfurt/Main. Vor dem Abflug zu den Paralympics in London hat Ilke Wyludda die unterschiedlichen Prämienzahlungen für behinderte und nicht behinderte Sportler heftig kritisiert. "Der Behindertensport hat in Deutschland immer noch nicht den Stellenwert, den er verdient", sagte die Diskus-Olympiasiegerin von 1996. Die Leipzigerin steht nach drei Olympia-Teilnahmen vor ihrem ersten Paralympics-Start, nachdem sie 2010 wegen einer Infektion den rechten Unterschenkel verloren hatte. Die Deutsche Sporthilfe zahlt für einen Sieg bei den morgen beginnenden Behindertenspielen 4500 Euro. Zum Vergleich: Für Gold bei Olympia gab es 15 000 Euro.

Kurzfristig reagierten gestern Sporthilfe und Deutscher Behindertensportverband (DBV). Unmittelbar vor Beginn der Wettkämpfe wurden die Prämien doch noch angehoben - ein Sieger erhält jetzt 7500 Euro. Der viermalige Goldmedaillen-Gewinner Wojtek Czyz kritisiert: "Das können sie sich sparen. Es geht nicht um das Geld, sondern um die Anerkennung. Von einer Gleichbehandlung sind wir weit entfernt", sagte Czyz.

Die blinde Schwimmerin Daniela Schulte, 30, wird bei der Eröffnungsfeier morgen in London die deutsche Fahne tragen.

( (dpa) )