Das Triathlon-Spektakel

Spitzensport - Für den ersten Holsten City Man in Hamburg steht jetzt die exakte Strecke fest.

Hamburg. Im Frühjahr des vergangenen Jahres erhielt die Hamburger Agentur Upsolut einen Anruf von Hans-Jürgen Schulke. Was die Organisatoren des einzigen deutschen Radweltcuprennens von der Ausrichtung eines Triathlons halten würden, wollte der umtriebige Sportamtsleiter wissen. Und musste erfahren, dass sich die Sympathie für seine Idee in äußerst engen Grenzen hielt. "Ich war anfangs überhaupt nicht begeistert", räumt Christian Toetzke, als Vorstandsmitglied einer der Urväter des Erfolgsunternehmens Upsolut, ein. "Mit den HEW-Cyclassics hatten wir uns im Radsport einen Namen gemacht. Darauf wollten wir uns konzentrieren und uns nicht verzetteln." Wenig später meldeten sich dann aber auch Detlef Kühnel, der Veranstalter des Ironmans von Roth, und Klaus Müller-Ott, der Präsident der Deutschen Triathlon-Union (DTU), in der Agenturzentrale am Friesenweg in Altona. Ihre Botschaft lautete unisono: Gerade das bewährte Upsolut-(Rad-)Eventkonzept bürge auch für einen Erfolg im Triathlon. Die Verbindung von hochklassigen Eliterennen mit Jedermann-Wettkämpfen sei bei den Ausdauerdreikämpfern geradezu Tradition. Dann erinnerten die Triathlon-Fachleute die Hamburger an ihr größtes Pfund: "Kaum eine andere Stadt Deutschlands verfügt über solch ein attraktives Schwimm-Areal wie die Alster", sagte Kühnel. Da traf es sich ausgezeichnet, dass dem malerischen Binnensee von der zuständigen Behörde gerade Badequalität bescheinigt wurde. Schließlich zog die DTU noch einen weiteren Trumpf aus dem Ärmel: Hamburg konnte aus dem Stand den Weltcupstatus erhalten und damit in den elitären Kreis jener zwölf Top-Wettbewerbe des Triathlon-Weltverbandes ITU aufrücken, aus denen sich die Kandidaten für die Olympiaqualifikation rekrutieren. Apropos Olympia. Natürlich ließ auch die Bewerbungs-GmbH "Hamburg für Spiele 2012" ihr vitales Interesse an der Durchführung eines Weltcup-Triathlons durchblicken. Kommunikationschef Karl-Heinz Blumenberg: "Mit dem ersten Triathlon setzt Hamburg ein weiteres sportliches Highlight mitten im Herzen der Stadt und beweist: Hamburg ist fit für Olympia 2012." Dabei ist der Ausdauerdreikampf in der Stadt bereits seit Jahren fest verwurzelt. Schon 1987 gab es den ersten Triathlon, den Landesverband gibt es gar seit Mitte der 80er-Jahre. 1990 gründete sich mit den TriMichels der erste unabhängige, auf Triathlon beschränkte Verein. Indes mangelte es lange an zugkräftigen Veranstaltungen. So ist der Vierlanden-Triathlon der TSG Bergedorf, der im Juni zum siebten Mal ausgetragen wurde, noch der geschichtsträchtigste. Zur Jahrtausendwende wurden dann der Midsummer-Triathlon des Walddörfer SV und die Stadtpark-Challenge der Sektion Sportwissenschaften der Uni Hamburg etabliert. Für einen neuen Schub dürfte nun der Holsten City Man über die olympische Distanz 1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Rad sowie 10 Kilometer Lauf sorgen, dessen Premiere am 7. und 8. September in Hamburg über die Bühne geht. "Die Argumente der Insider haben uns letztlich überzeugt", sagte Upsolut-Geschäftsführer Frank Bertling. Eigentlich hätte man sich etwas mehr Vorlauf gewünscht. Doch durch den Zeitplan der Olympiabewerbung galt es, keine Zeit zu verlieren. Der Gesamtetat von 500 000 Euro ist dank Sponsoren praktisch gedeckt. Die Holsten-Brauerei trägt als Namenssponsor den Löwenanteil. Die Stadtentwässerung (Aktion saubere Alster) übernimmt das Patronat beim Schwimmen, Asics Runnerspoint (Karstadt) beim Laufen. Fürs Radfahren ist Velohauptmäzen HEW an Bord. Da ließ auch der Ansturm der Aktiven nicht auf sich warten. Bereits Mitte Juli, also zwei Monate vor dem Startschuss, war der Holsten City Man mit 2500 Teilnehmern restlos ausgebucht. Angesagt hat sich die komplette deutsche Spitzenklasse mit dem Olympiazweiten Stefan Vuckovic (Witten), dem mehrmaligen Ironman-Sieger Lothar Leder (Worms) und dem vielfachen deutschen Meister und Lokalmatador Ralf Eggert. Ein Start beim Holsten City Man ist eben irgendwie cooler.