Murray besiegt Federer und holt in Wimbledon Gold

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Das deutsche Tennispaar Lisicki und Kas verpasst im Mixedwettbewerb Bronze

London. Der Jubelsturm im Londoner Südwesten dürfte noch im Olympic Parc zu hören gewesen sein. Getragen von der Euphoriewelle, auf der das Team Großbritannien durch die Sommerspiele rauscht, gewann Andy Murray in Wimbledon das erste britische Tennisgold nach 92 Jahren und verhinderte damit den goldenen Karriere-Grand-Slam von Wimbledonsieger Roger Federer (Schweiz). Nach 1:56 Stunden verwandelte Murray seinen ersten Matchball zum verdienten 6:2, 6:1, 6:4 und feierte den größten Erfolg seiner Laufbahn. Der 25-Jährige revanchierte sich damit für die Niederlage im Wimbledonfinale. Vor vier Wochen hatte er noch in vier Sätzen gegen Federer verloren und bittere Tränen vergossen.

Anders als beim Grand Slam in Wimbledon musste Murray die Last nicht allein schultern. Die Erwartungshaltung verteilt sich beim größten Sportereignis der Welt auf das gesamte britische Team. Zudem schien dem Schotten dieses Mal auch der Himmel gewogen zu sein. Die dicken Wolken verschwanden unmittelbar vor dem ersten Ballwechsel. Zuvor hatte es stundenlang wie aus Gießkannen geschüttet, an ein Spiel unter freiem Himmel war kaum zu denken.

Tatsächlich spielte Murray auf dem heiligen Rasen befreit wie selten auf. In seinem ersten Aufschlagsspiel wehrte er zwei Breakbälle ab und wurde fortan mit "Andy, Andy"-Rufen nach vorne gepeitscht. Federer stemmte sich gegen die Niederlage und hatte zu Beginn des zweiten Satzes die Chance, zurück ins Spiel zu kommen. Mithilfe des Publikums wehrte Murray jedoch sechs Breakbälle ab und setzte seinen Goldlauf unbeirrt bis ins Ziel fort. "Dieser Erfolg bedeutet mir unendlich viel", sagte Murray.

Wimbledonsiegerin Serena Williams (USA) fegte im Einzelfinale über die bedauernswerte Maria Scharapowa (Russland) hinweg. 6:0 und 6:1 hieß es nach nur 63 Minuten. "Ich habe niemals besser als heute gespielt", sagte Williams, "ich habe alles gewonnen. Jetzt kann ich ins Disneyland gehen." Einen Tag später gewann sie mit Schwester Venus auch das Doppelfinale, zum dritten Mal nach 2000 und 2008. Gegen das tschechische Duo Lucie Hradecka/Andrea Hlavackova siegten sie 6:4 und 6:4.

Im Endspiel des Mixedwettbewerbs verpassten Sabine Lisicki (Berlin) und Christopher Kas (Trostberg) die Bronzemedaille durch eine 3:6, 6:4, 4:10-Niederlage gegen die US-Kombination Lisa Raymond/Mike Bryan. Im Halbfinale waren die Deutschen in einer mitreißenden Partie an Murray und seiner Partnerin Laura Robson gescheitert. Die Briten verloren das Endspiel gegen die Weißrussen Victoria Asarenka/Max Mirnyi 6:2, 3:6, 8:10.

( (dpa) )