Kampfrichter kosten Turnerin Berger Bronze

London. Keiner konnte Janine Berger trösten. Die jüngste Athletin des deutschen Olympiateams war nach dem besten Wettkampf ihrer Karriere untröstlich und verteilte heftige Schelte in Richtung der Referees. "Wie soll man sich da freuen, wenn die Kampfrichter die Russin so bevorteilen? Sie ist deutlich aus der Bahn getreten und erhält 15,40 Punkte. Das darf doch nicht wahr sein", wetterte die 16 Jahre alte Schülerin aus Ulm nach ihrem unerwarteten vierten Platz in der Sprungkonkurrenz.

Zum Auftakt der Gerätefinals vor 15 000 Zuschauern in der North Greenwich Arena turnte die Zehntklässlerin ihre beiden Sprünge sicher durch und ließ mit 15,016 selbst die große Oksana Chusovitina, 37, hinter sich. Plötzlich war sie auf Medaillenkurs, als den Kampfrichtern ein klassischer Fehler unterlief und sie das Heraustreten der Russin Maria Paseka aus der Landezone nicht mit dem dafür vorgesehenen Abzug von 0,5 Punkten ahndeten. Am Ende fehlten Berger 0,34 Punkte zu Bronze. "Das kann einfach nicht sein", empörte sich auch Cheftrainerin Ulla Koch. Ein Protest ist beim Turnen allerdings nur gegen den Ausgangswert, nicht aber die Haltungsnote möglich.

Im Bodenfinale der Männer erreichte Marcel Nguyen Platz acht. Der Mehrkampfzweite ging als Siebter des Vorkampfes nur als Außenseiter in die Konkurrenz und konnte mit 14,966 Punkten nach mehreren Standfehlern und einem Abzug wegen Zeitüberschreitung die Erwartungen nicht ganz erfüllen. Dennoch war er nicht unglücklich. "Es war schon ein Erfolg, in diesem Finale zu stehen. Jetzt gilt meine volle Konzentration dem Barrenfinale", sagte der Unterhachinger.

( (dpa) )