Doping bei der Tour de France - Schleck beteuert Unschuld

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Bei dem Luxemburger wurde eine Substanz gefunden , die unerlaubte Mittel verschleiert

Pau. Der Doping-Schock um Fränk Schleck hat bei der 99. Tour de France sogar die Königsetappe von Pau nach Bagneres-de-Luchonin in den Hintergrund gedrängt. Bereits vor dem Start des gestrigen Rennens, das der Franzose Thomas Voeckler (Europcar) gewann, gab es nur ein Gesprächsthema: Schlecks positiver Testbefund auf ein zur möglichen Verschleierung von Doping-Mitteln dienendes Diuretikum - ein harntreibendes Mittel, das den Blutdruck effektiv senkt. Mannschaftskollege Jens Voigt war geschockt, Ex-Teamchef Brian Nygaard sprach vom "schlimmsten Szenario".

Der Radprofi aus Luxemburg war zu dem Zeitpunkt mit seiner Frau und Tochter schon im Auto Richtung Heimat unterwegs. "Dass er nicht mehr am Start ist, war eine weise Entscheidung und die einzig denkbare", kommentierte Rundfahrt-Chef Christian Prudhomme das Aus des Vorjahresdritten. Wieder hoffte der Patron vergebens auf eine "saubere Tour", die schon nach der Festnahme des Franzosen Rémy Di Grégorio wegen Doping-Ermittlungen ins Straucheln geraten war.

Der betroffene Rennfahrer reagierte reflexartig. "Ich streite ab, irgendeine verbotene Substanz genommen zu haben. Ich kann mir das Resultat nicht erklären und bestehe auf Öffnung der B-Probe", erklärte der eine Zweijahressperre riskierende Schleck. Bruder Andy sprang ihm verbal bei. "Bei meinem Leben und bei meiner Familie, bin ich sicher, dass er nichts genommen hat", sagte der Tour-Sieger 2010.

Jens Voigt hatte sich am frühen Mittag als erster RadioShack-Fahrer aus dem Mannschaftsbus gewagt und stand Rede und Antwort. "Man kann jetzt nicht so tun, als sei nichts passiert. Das ist kein leichter Moment für mich, aber Fränk ist mein Freund und bleibt mein Freund", sagte der 40-jährige Routinier. Der Radsport-Weltverband UCI, der Schleck offensichtlich gezielt für eine Probe am 14. Juli in Cap d'Agde ausgesucht hatte, hatte den Fahrer und die Öffentlichkeit am Dienstagabend von "Unregelmäßigkeiten in einer Kontrolle" unterrichtet.

Schleck war anschließend von der Polizei in Pau verhört worden. Er hätte freiwillig ausgesagt, teilte sein Team mit. Das Präparat Xipamid steht nicht auf der Dopingliste, kann aber zur Verschleierung anderer Medikamente eingesetzt werden. Für Schleck ist dies nicht der erste Dopingverdacht: 2008 musste er laut "Süddeutscher Zeitung" zugeben, dem spanischen Dopingarzt Fuentes Geld überwiesen zu haben.

Der Luxemburger kündigte nun juristische Schritte an. "Sollte die B-Probe das erste Analyse-Ergebnis bestätigen, werde ich eine Klage gegen Unbekannt einreichen wegen Vergiftung", sagte Schleck. Die zweite Probe soll am Sonntag geöffnet werden.

( (dpa) )