Blunck will den HSV wieder zu Titeln führen

Der Hockey-Olympiasieger spricht über seine Kandidatur für den Vorstand

Hamburg. Die Fußballschuhe schnürte er nur selten. In den 80er-Jahren war Christian "Büdi" Blunck einige Male für Glashütte im Einsatz. Kein Wunder, schließlich nahm der Hockeysport fast seine ganze Zeit und Energie in Anspruch. Der heute 43-Jährige feierte Erfolge wie am Fließband, wurde mit dem HTHC deutscher Meister, mit der Nationalmannschaft Europameister und 1992 sogar Olympiasieger.

Blunck blieb dem Hockey treu und trainiert seit 2009 die Herren des HTHC. Doch der Fußball ließ ihn ebenso wenig los. Für Pay-TV-Sender Arena kommentierte er 2006/07 60 Spiele der Bundesliga und der Zweiten Liga, aktuell sitzt er für den Pay-TV-Sender Sportdigital am Mikrofon und berichtet über Spiele in vielen internationalen Ligen (Brasilien, Italien, Niederlande). Bei den HSV-Spielen sitzt er sowieso immer im Stadion: "Ich bin seit Urzeiten Fan des Vereins." Nun aber will Blunck aus der passiven Rolle des Fußballbetrachters heraus: Er kandidiert am 15. Januar bei der Mitgliederversammlung für das Amt des Vorstands für Mitgliederbelange, tritt gegen den seit drei Jahren amtierenden Oliver Scheel an (das Abendblatt berichtete).

"Ich möchte mithelfen, dass der HSV wieder an die Spitze kommt, und das betrifft nicht nur die Bundesliga-Mannschaft", begründete Blunck seine Entscheidung. "Aushängeschilder können auch aus dem Breitensportbereich kommen, seien es HSV-Leichtathleten bei Olympischen Spielen oder Mannschaften in anderen Sportarten, die eine deutsche Meisterschaft erringen."

Zwar hat Blunck als HTHC-Vorsitzender zwischen 2007 und 2009 Erfahrungen im Bereich Vereinsführung sammeln können, beim HSV war er jedoch bisher nicht aktiv tätig. Als Vereinsmitglied wird er erst seit dem 1. November dieses Jahres geführt. "Ich kann Bluncks Chancen bei der Wahl nicht beurteilen, da ich ihn nicht kenne", kommentierte denn auch Ralf Bednarek, Vorsitzender der Abteilung Förderer und Supporters Club, Bluncks Kandidatur zurückhaltend.

Die kommenden Wochen bis zur Wahl will Blunck deshalb nutzen, um sich in den verschiedenen Gremien vorzustellen, sich zu informieren und sich einen guten Überblick zu verschaffen. Er betonte zugleich, ein eigenständiger Kandidat zu sein, der sich keiner bestimmten Gruppe zugehörig fühle: "Das Ziel beim HSV muss es doch sein, Kräfte zu bündeln, um erfolgreich zu sein. Es müssen endlich wieder Titel her."