Heuberger verliert beim Debüt als Handball-Bundestrainer

Berlin. Missglückter Einstand von Martin Heuberger als neuer Bundestrainer: Im ersten Länderspiel unter seiner Regie verloren die deutschen Handballer gestern in Berlin gegen den WM-Zweiten Dänemark trotz phasenweise überzeugender Vorstellung mit 26:29 (14:13). Zum Auftakt des Vier-Nationen-Turniers um den Supercup warf Patrick Groetzki (6) vor 4428 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle die meisten Tore für die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB).

Nach einem Ruhetag und dem Umzug nach Hannover spielt die deutsche Mannschaft am Sonnabend (13.45 Uhr/ARD) gegen den WM-Vierten Schweden. Zum Abschluss des Turniers ist am Sonntag (15.30 Uhr/ZDF) im westfälischen Halle der WM-Dritte Spanien der Kontrahent.

In der Abgeschiedenheit Brandenburgs hatte sich die deutsche Mannschaft intensiv vorbereitet. Und das Team startete auch engagiert in die Auftaktpartie des Supercups. In der Abwehr setzte der Bundestrainer zunächst auf eine offensivere Abwehr mit einem vorgezogenen Spieler. Dies zeigte zunächst auch Wirkung. Beginnend vom 1:0 (1.) setzte sich der Gastgeber Tor um Tor ab und hatte beim 10:5 (13.) den größten Vorsprung herausgeworfen. Danach setzte Heuberger sein Vorhaben um, möglichst allen Spielern Einsatzzeiten zu geben.

Dazu stellten die Dänen ihre Abwehr um, und die deutsche Mannschaft kam aus dem Tritt. Bis zur Pause schmolz der Vorsprung auf 14:13. Fortan mangelte es an Spielfluss, und die Dänen hatten weniger Mühe, den Ball in der Abwehr zu erobern. Nach vier Gegentreffern lag der Gastgeber beim 15:17 (38.) plötzlich mit zwei Toren zurück. Doch kämpfte sich das DHB-Team anschließend wieder mit 20:18 (44.) in Front und bot dem WM-Zweiten ein Duell auf Augenhöhe. "Wir sind noch so ein bisschen in der Orientierungs- und Findungsphase. Da ist es wichtig, dass sich auch unter der großen Belastung jeder zeigen kann", erklärte Bundestrainer Heuberger nach der Partie.

In der Findungsphase befinden sich auch die deutschen Handballerinnen noch. Frauenbundestrainer Heine Jensen hat in seinem vorläufigen 28-köpfigen Aufgebot für die WM in Brasilien (2. bis 18. Dezember) auf Überraschungen verzichtet. Lediglich Linksaußen Lone Fischer und Rückraumspielerin Josephine Techert vom Buxtehuder SV sind ohne Länderspielerfahrungen. Vom BSV sind zudem noch Torhüterin Jana Krause, Linksaußen Katja Langkeit und die Rückraumspielerinnen Randy Bülau, Stefanie Melbeck und Isabell Klein nominiert. Ebenfalls im Kader steht Rekordnationalspielerin Grit Jurack vom dänischen Klub Viborg HK, die aus persönlichen Gründen ihren WM-Verzicht erklärt hatte. "Sie ist nur zur Absicherung im Kader, falls sich wichtige Spielerinnen verletzen sollten", sagte Jensen.