Fussball-Manipulationsskandal

Türkei-Klubs drohen Sanktionen: Besiktas gibt Pokal zurück

abendblatt.de

Der Manipulationsskandal in der Türkei weitet sich täglich aus. Nun beschloss Besiktas Istanbul den Pokal des Landesmeisters abzugeben.

Ankara. Im Zuge des Manipulationsskandals in der Türkei, bei dem bisher die drei Topvereine Besiktas, Fernerbahce und Trabzonspor betroffen sind, hat eine Mannschaft bereits Konsequenzen aus den Vorwürfen gezogen. Landespokal-Sieger Besiktas Istanbul wird ihre Trophäe an den türkischen Verband zurückgeben. Zumindest solange, bis alle Vorwürfe vom Tisch sind. Doch der Skandal erhärtet sich zunehmend. Besiktas-Trainer Tayfur Havutcu und der stellvertretende Vorsitzende Serdar Adali sind bereits wegen Bestechungs- und Betrugsvorwürfen angeklagt.

In der vergangenen Wochen wurden in diesem Zusammenhang bereits mehrere Verdächtige festgenommen. So auch Fenerbahce-Präsident Aziz Yildirim und Trabzonspor-Präsident Sadri Sener.

Mindestens 19 Partien stehen im Fokus der Ermittlungen. Dabei sollen die Verdächtigen, gegnerische Spieler bestochen haben, entweder schlechte Leistung zu erbringen oder erst gar nicht aufzulaufen. Der türkische Verband entschied trotz der massiven Anschuldigungen bereits, dass Meister Fenerbahce und Vize-Meister Trabzonspor in der kommenden Spielzeit am Champions-League-Betrieb teilnehmen werden.

Allerdings stehen gegebenfalls weitere Sanktionen aus. So könnte Fenerbahce der Meistertitel und Besiktas der Pokaltitel entzogen werden. Auch Zwangsabstiege sind durchaus möglich. Dann würde es den betroffenen Mannschaften ähnlich ergehen, wie dem italienischen Topklub Juventus Turin im Jahr 2006. Damals war die "alte Dame" in einen ähnlichen Fall verstrickt.

Herausgekommen ist der Manipulationsskandal insbesondere durch die beeindruckende Rückrundenbilanz des türkischen Meisters. Fenerbahce gewann 16 ihrer 17 Partien und spielte lediglich ein Mal unentschieden. (dapd/abendblatt.de)

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