EM-Dritter Stéphane Franke:Krebstod mit 47 Jahren

Hamburg. Der ehemalige Langstreckenläufer Stéphane Franke ist tot. Der zweimalige Europameisterschaftsdritte über 10 000 Meter ist bereits am vergangenen Donnerstag in Potsdam an den Folgen einer Lymphdrüsenkrebserkrankung gestorben. Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), sprach von einer "menschlichen Tragödie". Die Trauerfeier für Franke, der eine zehnjährige Tochter hinterlässt, fand bereits am Dienstag im Familienkreis statt.

Die Karriere des Weltklasseläufers, der 1995 seine Bestzeiten über 5000 (13:03,76 Minuten) und 10 000 Meter (27:48,88) gelaufen war, war nicht frei von Skandalen. 1998 gerieten Franke als EM-Dritter und der von ihm betreute Hindernis-Europameister Damian Kallabis in Verdacht, das Blutverdünnungsmittel HES genommen zu haben. Auch das Verhältnis zu Olympiasieger Dieter Baumann war zerrüttet, weil der Konkurrent beschuldigt wurde, die Zahnpasta Baumanns zum Zweck eines positiven Dopingtests manipuliert zu haben. Franke hat das stets bestritten.

In den letzten Jahren machte Franke als Fernsehkommentator bei Eurosport und als Buchautor positiv auf sich aufmerksam.

© Hamburger Abendblatt 2018 – Alle Rechte vorbehalten.