Fussball

Griechischer Wettskandal: Nationalspieler im Visier

Die Justizbehörden veröffentlichten am Freitag eine Liste mit insgesamt 68 Personen, die verdächtig sind, Spiele manipuliert zu haben.

Athen. Die Bestechungsvorwürfe im griechischen Fußball weiten sich aus. Die Justizbehörden veröffentlichten am Freitag eine Liste mit insgesamt 68 Personen, die verdächtig sind, Spiele manipuliert zu haben. Auf der Liste stehen neben dem Präsidenten des Serienmeisters Olympiakos Piräus, Evangelos Marinakis, auch Olympiakos-Verteidiger und Nationalspieler Avraam Papadopoulos sowie zahlreiche Spielerberater, Geschäftsleute, Schiedsrichter im Ruhestand und Klub-Offizielle.

Marinakis zeigte sich verärgert und bestritt die Vorwürfe. „Diese Anschuldigungen haben nichts mit mir zu tun und berühren mich überhaupt nicht“, sagte er. „Es gibt keinen Schnipsel an Beweismaterial gegen mich.“

Bereits am Donnerstag wurden die Präsidenten der griechischen Erstligaklubs Kalava und Volos als verdächtig benannt. Am Dienstag hatten Ermittler in Athen und Thessaloniki zehn Verdächtige verhaftet. Insgesamt wurden bislang Ermittlungen gegen 85 Personen eingeleitet. „Unser Ziel ist es, so viel Licht wie möglich auf den Fall zu werfen“, sagte der griechische Verbandspräsident Sofoklis Pilavios. Für Montag hat der Verband ein Notfall-Meeting anberaumt.

Die Ermittlungen wurden dadurch angestoßen, dass die Uefa die griechischen Behörden in einem Bericht über Auffälligkeiten bei Fußballwetten informierte. Es sollen hauptsächlich griechische Pokal- und Zweitligaspiele der Jahre 2009 und 2010 betroffen sein. Anfang Juni setzte der griechische Verband für zwei Wochen seine Arbeit aus, um Regierung und Klubs zur Aufklärung der Anschuldigungen zu zwingen. (dapd/abendblatt.de)

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