Trainings-Sensation Hülkenberg muss um seinen Job bangen

Sao Paulo. Noch muss sich Nico Hülkenberg große Sorgen um sein Cockpit bei Williams machen. Aber mit der sensationellen Poleposition von Sao Paulo hat der Formel-1-Neuling einen dicken Pluspunkt gegenüber den zahlreichen Mitbewerbern gesammelt. "Die Situation bei Williams ist noch offen. Es ist noch nichts bestätigt", sagte Hülkenberg nach seinem Qualifikations-Coup, der auch der hochklassigen Konkurrenz größten Respekt abverlangte. "Ich versuche, meinen Job so gut wie möglich zu erledigen."

Im Training hatte er auf abtrocknender Strecke im richtigen Moment auf die richtigen Reifen gesetzt und war eine Sekunde schneller als alle anderen. Im Rennen lieferte er den Spitzenfahrern im Rennen rundenlang harte Duelle. Nur Sebastian Vettel und Mark Webber ließen den im Trockenen unterlegenen Williams schnell hinter sich. Fernando Alonso im Ferrari und Lewis Hamilton im McLaren-Mercedes bissen sich lange Zeit die Zähne aus. "Ich bin glücklich mit meiner Leistung." Die am Ende zu Platz acht führte. Williams-Mitbesitzer Patrick Head zollte Hülkenberg schon vorher ein dickes Lob: "Wir haben etwas ganz Spezielles von Nico gesehen."

Eine Job-Garantie wollte der kantige Technik-Direktor aber Hülkenberg trotzdem nicht geben. "Die Entscheidung fällt wohl erst nach der Saison", sagte eine Teamsprecherin. Fahrerisch hat der 23-Jährige längst überzeugt.

Hülkenbergs Problem im Konkurrenzkampf um ein Cockpit ist das Geld. Williams wird zur neuen Saison einige Sponsoren verlieren, deshalb könnten sogenannte "Pay-Driver" zum Zuge kommen, die weniger mit ihrem Talent als mit den Millionen ihrer Mäzene überzeugen. "Ich hoffe, Nicos Meisterstück kam noch zur rechten Zeit", sagte Rekordweltmeister Michael Schumacher, der bis zu seiner ersten Pole 41 Rennen benötigte - Hülkenberg schaffte das schon im 18. Anlauf.

Der junge Rennfahrer aus Emmerich ist zuversichtlich: "Ich bleibe in der Formel 1. Wenn es bei Williams nicht klappt, dann eben woanders."