Stefan Schröder gibt schon morgen sein Comeback

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HSV-Handballer planen gegen Aufsteiger Ahlen/Hamm wieder mit dem National-Rechtsaußen

Hamburg. Lieber heute als morgen würde er spielen, sagte Stefan Schröder, 29, noch am Mittag, als er mit den Handballern des HSV in der Haspa-Filiale am Jungfernstieg Autogramme und Auskünfte gab, wobei er eher an übermorgen dachte. Zwei Stunden später, kurz bevor er die Sponsoren des Vereins bei Vattenfall bekochte, erfüllten ihm die Mediziner seinen derzeit sehnlichsten Wunsch. Schon morgen Abend bei der Saison-Heimpremiere der Hamburger gegen Bundesliga-Aufsteiger HSG Ahlen-Hamm (20.15 Uhr, O2 World) wird der National-Rechtsaußen wieder im Kader des deutschen Vizemeisters stehen - drei Monate und eine Woche, Schröder weiß das ganz genau, nach seinem Kreuzbandriss im linken Knie. Der musste zwar nicht operiert werden, zwang ihn aber von der Trainingshalle in den Fitnessraum.

Muskulär habe er in dieser Zeit sogar zugelegt, am Oberkörper und an den Beinen, erzählt Schröder, entscheidend für seine ersten Gehversuche auf dem Handball-Parkett sei aber die Stabilität des Gelenks. Und da haben die Mannschaftsärzte jetzt keine Bedenken mehr. "Am wichtigsten", sagt Schröder und tippt sich mit dem Finger an die Stirn, "ist in den nächsten Wochen der Kopf. Ich muss das Zutrauen in meinen Körper wieder finden, damit ich mich ohne Rücksicht in die Zweikämpfe und zum Torwurf schmeißen kann. Mir und meinem Knie fehlen noch die Sicherheit bei handballspezifischen Abläufen."

Martin Schwalb, den HSV-Trainer, wird die Entwicklung freuen. Schröder ist Linkshänder, und an denen mangelte es zuletzt im Team. Auch Krzysztof Lijewski, ein weiterer, macht nach seiner Schulteroperation Fortschritte. Seine Unterschriften setzte er gestern schon wieder schwungvoll mit der linken Hand auf Autogrammkarten.

Nach der ersten Bundesliga-Auftaktniederlage seit fünf Jahren, damals wie am Sonnabend in Göppingen, kommen die positiven Nachrichten aus der Krankenabteilung gerade recht. Schwalb bemüht sich um Entspannung, um weiteren Druck von der Mannschaft zu nehmen, der sei im Verein und im Umfeld groß genug. "Uns fehlte in Göppingen in den entscheidenden Phasen die nötige Aggressivität, in der Abwehr dieser eine halbe Schritt auf den Gegner zu. Deshalb haben wir viele dumme, einfache Tore gefangen. Das darf uns eigentlich nicht passieren", sagt der Trainer. Das Problem sei, dass seine Mannschaft aufgrund ihrer individuellen Klasse, viele Dinge eher spielerisch zu lösen versuche und sie in diesem frühen Stadium der Saison noch nicht die Balance zwischen dem Möglichen und dem Notwendigen gefunden habe. Das sei eine Frage des Spielrhythmus, und der werde sich fortan finden, "da mache ich mir keine Sorgen".

HSV-Sponsor Vattenfall und das Abendblatt hatten für das Spiel am Mittwoch Einlaufkinder gesucht. Das Los fiel auf die D-Jugend des TSV Gellersen.

( (rg) )