Martin Walter verlässt die Freezers Richtung Tschechien

Der Verteidiger löste am Freitagmorgen seinen bis 2011 laufenden Kontrakt auf - Abfindungsmodalitäten nach Wochen geklärt

Hamburg. Am frühen Freitagmorgen war das Kapitel Hamburg Freezers für Martin Walter endgültig beendet. In der Volksbank-Arena unterschrieb der 26-Jährige, dessen Kontrakt ursprünglich bis zum Jahr 2011 lief, einen Auflösungsvertrag. Nach wochenlangem Hickhack um die Abfindung hat sich der Klub aus der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) mit dem Defensivspieler geeinigt. "Auch wenn es sich ziemlich lange hingezogen hat: Ich bin sehr zufrieden mit der Lösung, wie sie jetzt ist", sagte der Abwehrspieler.

Man konnte an seiner Stimmlage hören, wie erleichtert der gebürtige Tscheche ob der Einigung war. Es ist noch gar nicht so lange her, da klangen seine Worte weit weniger zufrieden. Nachdem die Freezers ihm ein erstes Abfindungsangebot gemacht hatten, waren die Fronten verhärtet. Nach Abendblatt-Informationen belief sich die Offerte auf zehn Prozent seines Jahresgehaltes (geschätzte 70 000 Euro). Dies lehnte der ehemalige Publikumsliebling ab und verwies darauf, dass er zwar nicht als Stinkstiefel dastehen und sehr wohl den Verein verlassen wolle: "Allerdings nur, wenn sich eine Lösung findet, die beide Seiten zufrieden stellt". Mitte dieser Woche bewegten sich die Freezers nun auf den Profi, der von 2002 bis 2008 sowie in der vergangenen Saison für Hamburg auflief, zu und stockten die Summe deutlich auf. Wohl auch, um zu verhindern, dass es bereits beim Trainingsauftakt am Montag negative Schlagzeilen gibt. Schließlich hat Trainer Stéphane Richer nie einen Hehl daraus gemacht, dass er mit Walter nicht mehr planen würde. Auch ein Ausschluss vom Mannschaftstraining stand im Raum.

Es ist allerdings fraglich, ob dieses Vorgehen rechtlich möglich gewesen wäre. Freezers-Geschäftsführer Michael Pfad hatte ohnehin gehofft, dass dieses "Worst-Case-Szenario" nicht eintrifft. Schließlich habe Walter "keine goldenen Löffel geklaut". Trainer Richer sieht das ähnlich. Die Trennung hat rein sportliche Gründe. Walter, der seine Stärken im Defensivverhalten hat, passt nicht zur neuen, schnellen Offensiv-Philosophie. "Wir wollten einen Schnitt im Kader machen. Der beinhaltete auch den Namen Martin Walter, gegen den ich menschlich überhaupt nichts habe. Im Gegenteil: Er hat sich sehr fair in den Gesprächen gezeigt", so der Coach.

Auch Walter, der zwischenzeitlich sehr enttäuscht vom Verhalten der Freezers war, betont, wie gütlich letztlich die Vertragsauflösung abgelaufen ist. Nun beginnt für den Profi ein neues Abenteuer, das ihn nach Abendblatt-Informationen in sein Geburtsland Tschechien verschlägt. In der kommenden Woche wird der in Ostrau geborene Walter aller Voraussicht nach bei einem Klub in der "ExtraLiga" unterschreiben. Dort, wo er bereits in der Saison 2008/09 für HC Litvinov auf dem Eis stand. "Noch ist nichts perfekt, aber mir hat das Jahr in Tschechien sehr gut gefallen. Ich wäre natürlich gerne in Deutschland geblieben, aber die meisten Teams sind entweder personell komplett oder haben finanzielle Probleme", sagt Walter, der stets betont, dass er seine langfristige private Zukunft in Hamburg sieht. Seine Eigentumswohnung in Othmarschen wird er behalten.

"Es ist natürlich schade, dass ich die Freezers verlassen muss. Allerdings ist es legitim, dass ein neuer Trainer seine eigenen Vorstellungen und Ideen hat. Ich bin nicht sauer auf Richer. So ist das nun mal im Sport. Jetzt geht es für mich weiter", sagt Walter nüchtern und sachlich. Eigenschaften, die auch seine Spielweise beschreiben, und die künftig bei einem neuen Klub zum Tragen kommen werden.

Neuzugang Niklas Treutle nimmt vom 3. bis 8. August mit der U-20-Nationalmannschaft an der "Summer Hockey Challenge" in Arosa (Schweiz) teil.