"Hamburg war mein größter Erfolg"

Der spanische Tennisprofi Tommy Robredo beantwortet Fragen der Abendblatt-Leser

Hamburg. Vor vier Jahren gewann Tommy Robredo das Tennisturnier am Rothenbaum. In diesem Jahr möchte der 28 Jahre alte Spanier seinen Erfolg wiederholen und hofft dabei auf die Unterstützung der Hamburger Tennisfans, denen er dank einer Abendblatt-Aktion ihre Fragen beantwortet.

Carola Kasten, Hamburg:

Man kann als Turnierbesucher nur teilweise das Training beobachten. Was tun Sie außer diesem sichtbaren Training noch, um in der Weltspitze mitzuhalten?

Ich trainiere jeden Tag zwei Stunden mit dem Schläger. An Tagen, an denen ich nicht spiele, mache ich rund eineinhalb Stunden Lauf- und Krafttraining. Dazu setze ich auf gesunde Ernährung. Allerdings mag ich kein Gemüse.

Katharina Goerig, Hamburg:

Wie bereiten Sie sich auf ein Match vor? Haben Sie ein Ritual oder eine Motivationsmusik?

Nein, ich tue überhaupt nichts Außergewöhnliches. Ich fokussiere mich auf das Spiel und spreche mit meinem Trainer die Taktik durch.

Ingeborg Barthelme, Hamburg:

Wer ist Ihr derzeitiger Trainer, und warum haben Sie ihn ausgewählt?

Seit dem Turnier in Hamburg im vergangenen Jahr arbeite ich mit Javier Duarte. Ich habe ihn ausgewählt, weil er sehr gut über Tennis Bescheid weiß und mich perfekt einstellen kann.

Helge Schwank, Hamburg:

Wer begleitet Sie auf der Tour, und wie viele Nächte verbringen Sie in Ihrem eigenen Bett?

Mein Trainer begleitet mich, manchmal auch ein paar Freunde, wenn sie Zeit haben. Mein eigenes Bett sehe ich allerhöchstens die Hälfte des Jahres.

Steffen Krause, Pinneberg:

Warum sind Spanier auf Sand so dominant?

Weil wir seit unserer Geburt auf diesem Belag spielen. Außerdem lieben wir es, mit viel Spin zu spielen, und wir sind körperlich gut ausgebildet. Deshalb sind wir auf Sand schwer zu besiegen.

Dörte Lindenberg, Cuxhaven:

Bei spanischen Teams hat man häufig den Eindruck, dass sie einen starken Teamgeist haben. Woran liegt das?

Wir lieben es, für unser Land zu spielen, und wir haben das Glück, dass es viele gute Spieler gibt und wir relativ oft gewinnen. Siege sind immer gut für den Teamgeist.

Stefanie Meyer, Kiel:

Welches ist Ihr Lieblingsturnier, und welches ist Ihr liebster Ort auf der Welt?

Mein Lieblingsturnier ist das im schwedischen Bastad, das ist eine tolle Stadt, und die Fans dort behandeln mich immer unglaublich nett. Der beste Platz zum Leben wäre sicherlich Australien. Ein tolles Land und sehr freundliche, sportbegeisterte Menschen.

Thies Rabe, Hamburg:

Sie haben am Rothenbaum schon gewonnen. Behalten Sie die Plätze, an denen Sie gesiegt haben, in besonderer Erinnerung?

Auf jeden Fall, und da Hamburg als damaliges Mastersturnier mein bislang größter Karriereerfolg ist, werde ich mich daran immer ganz besonders erinnern. Ein spezielles Souvenir habe ich jedoch von keinem Turnier.

Henrike Schlegel, Hamburg:

Wann wussten Sie, dass Sie Profi werden wollen, und wann waren Sie sicher, dass es klappt?

Ich habe das nie geplant und nie wirklich vorgehabt. Irgendwann war ich so gut, dass mich viele Leute ansprachen, ob ich nicht Profi werden will, und da habe ich erst realisiert, dass das tatsächlich eine Alternative sein könnte.

Max Weber, Hamburg:

Was muss ein Profi haben, um sich in den Top 50 zu etablieren, und was ist Ihre größte Stärke?

Ein Profi muss mental und körperlich stark sein, und Talent ist auch nötig. Ich denke, ich habe von allen diesen Dingen ein bisschen abbekommen.

Linda Köster, Hamburg:

Sie selbst sind kein Spieler, der auf Anhieb erkannt wird. Gibt es überhaupt Länder außerhalb Spaniens, wo Sie erkannt werden?

Nein, sogar in Spanien werde ich selten erkannt. Aber ich finde das sehr angenehm. Ich bin kein Topstar, aber es ist doch schön, wenn man über die Straße gehen kann wie jeder andere auch.