Mit der Kraft eines Drachens

Hamburg. Sonne, Wasser, Meerluft: Man kann sich schlechtere Arbeitsbedingungen vorstellen, als Sabrina Lutz sie in diesen Tagen hat. Nur der Wind vor Sylt-Westerland könnte noch ein bisschen kräftiger sein, findet die Hamburgerin. 18 Knoten wären ihr am liebsten. Dann könnte sie beim Kitesurf-Weltcup in ihrer Lieblingsdisziplin Freestyle vorführen, welche neuen Tricks sie einstudiert hat, und ihren 49 Kilogramm leichten Körper mit der Kraft ihres Drachens spektakulär über die Wellen wirbeln lassen. Wo sie am Ende landet, sei fast egal: "Ich will nur alles zeigen, was ich kann."

Das ist eine ganze Menge. Dreimal wurde Lutz schon deutsche Meisterin. Eine beachtliche Bilanz für eine 21-Jährige, die nur an den Wochenenden Zeit hat, ihrem Hobby an Nord- oder Ostsee nachzugehen - und auch nur, wenn das Studium in Mode- und Textilmanagement sie nicht in Anspruch nimmt.

30 000 Euro Preisgeld werden beim Weltcup am Ende unter den Besten verteilt. Von ihrem Sport leben aber könnte Sabrina Lutz nicht. Sie hat einen Sponsor für die Ausrüstung im Wert von 500 Euro, einen für die Textilien und einen für die Neoprengarnitur, als Gegenleistung verfasst sie im Internet Blogeinträge. Für den Rest der Kosten muss sie selbst aufkommen. Es ist ihr den Spaß wert.