Skicross

"Gladiatoren auf Skiern" begeistern Publikum und Organisatoren

Vancouver. Die Rallyefahrer des Wintersports sind mit ihren abenteuerlichen Rennen gleich bei ihrer Olympiapremiere zu einem Hit geworden. "Skicross hat sicher eine Zukunft. Das wird auch das Internationale Olympische Komitee so positiv bewerten", meinte der deutsche Teamchef Wolfgang Maier nach dem Debüt der Skicrosser am Cypress Mountain. Simon Stickl aus Bad Wiessee schrieb zwar als Nummer eins der 33 Starter Olympiageschichte, musste aber seinen Traum von einer Medaille als Achtelfinaldritter begraben. "Es hängt nicht alles von einem Rennen ab, auch wenn die ganze Welt zugeschaut hat", sagte er. "Die nächsten Spiele gehören mir."

Der gestürzte Norweger Anders Rekdal hatte Stickl beim zweitletzten Sprung ins Straucheln und um den Viertelfinaleinzug gebracht. "Da muss man nachbessern. Ich kann das Ausscheiden nicht verstehen, weil ihm jemand vor die Füße gefallen ist", kritisierte Maier, "das hat mit Fairness nichts zu tun." Mit zunehmender Bedeutung dieses Sports müsste es neue Regeln für die Sicherheit geben. "Wenn es um Geld, Ruhm und Ehre geht, sieht es anders aus", erwartet er. Für den 22 Jahre alten Sportsoldaten hingegen sind diese Schikanen und Unabwägbarkeiten bei den Rennen im Vier-Fahrer-Pulk das Salz in der Suppe. "Das setzt Adrenalin frei, macht Riesenspaß", meinte Stickl.

Heute (19.30 Uhr) versuchen die deutschen Skicross-Damen Julia Manhard (Füssen), Anna Wörner (Garmisch-Partenkirchen) und Heidi Zacher (Lenggries) ihr Glück beim Gerangel auf der 1144 Meter langen Piste mit 16 Sprüngen. "Wir sind alle ein Team. Sie müssen es nun rausreißen", hofft Stickl.