Medaillenregen

Ski alpin: Miller krönt seine Laufbahn mit Gold

Whistler. Bronze, Silber - und jetzt endlich Gold: US-Skistar Bode Miller hat seine herausragende Karriere mit dem noch fehlenden Olympiasieg gekrönt. Nachdem der 32-Jährige vor vier Jahren in Turin leer ausgegangen war, holte er sich am Sonntag in Whistler schon seine dritte Medaille: Gold in der Super-Kombination. Beim wilden Tanz des vielfachen Ausscheiders durch den Stangenwald im abschließenden Slalom stockte Fans und Betreuern nicht wie sonst immer der Atem - denn diesmal kam der Ausnahme-Skirennfahrer sicher ins Ziel. Miller siegte 33 Hundertstelsekunden vor Ivica Kostelic (Kroatien) sowie Silvan Zurbriggen aus der Schweiz - und ist jetzt einer der größten Stars dieser Spiele. Stephan Keppler aus Ebingen spielte als einziger deutsche Starter keine Rolle, er verpasste die Top 15.

Bei der Super-Kombination in Wengen vor fünf Wochen hatte sich Miller erstmals seit fast zwei Jahren als Sieger eines Weltcup-Rennens zurückgemeldet und rechtzeitig vor Vancouver Medaillenform unterstrichen. Der zweimalige Gesamtweltcupsieger und vierfache Weltmeister hat in seiner Karriere alles gewonnen - nun auch olympisches Gold. Vor vier Jahren hatten alle den Coup in Turin von ihm erwartet, aber er glänzte mehr in der Disco. Er fühlte sich vereinnahmt durch die Medien. Diesmal ist er locker und mit viel Freude wieder auf der Piste dabei. "Alles was ich vor Turin sagte, endete darin, dass ich fünf Medaillen gewinnen sollte", erinnerte sich der Tennis- und Golfspieler. "Ich war nicht mehr Herr meiner Entscheidungen. Man hatte mir die Freiheit genommen, zu sein, wer ich bin", meinte der Hippie-Sohn.

Dass es zum Olympiasieg kommen würde, war noch im Sommer nicht abzusehen. Nicht mal, wie es mit der Laufbahn weitergeht. Nach der enttäuschenden WM in Val d'Isère hatte Miller vorzeitig die Saison beendet, sich um sein Töchterchen gekümmert und es sich gut gehen lassen. Doch Olympia in der nordamerikanischen Heimat ließ er sich nicht entgehen, und nach seiner Weltcup-Solotour kehrte er auch in das US-Team zurück.

Auch in Whistler lief nicht alles nach Plan. Ein Sturz im Slalomtraining fügte ihm gehörige Schmerzen zu - aber im Torlauf kann Miller auch Einmaliges schaffen. Eine weitere Medaille am Sonnabend würde ihn zum einzigen Alpinen machen, der in allen fünf Kategorien eine Plakette gewinnen konnte.