Pferdesport

Kommando zurück: Scheich denkt an Sponsoring für 2010

Kommt nach einer bitteren Dienstreise doch noch das Happy End? Anfang des Jahres wollten Renn-Club-Präsident Eugen-Andreas Wahler und Vize Albert Darboven das Emirat Katar als neuen Hauptsponsor für das Derby gewinnen - vergebens.

Darboven musste mit der Sparda-Bank mit insgesamt 250 000 Euro in die Bresche springen, um das Derby nach dem Ausstieg des Sponsors BMW doch noch zu retten.

Jetzt bahnt sich die Wende an - ein Patronat des Emirats für das 141. Derby 2010! "Ich finde die Idee nach wie vor gut", erklärte Scheich Mohamed bin Faleh al-Thani (47) dem Abendblatt in einem Exklusivinterview: "Das Derby ist exzellent organisiert, bietet großen Sport und verfügt weltweit über einen guten Ruf." Nun wolle man prüfen, wie eine Partnerschaft auch zum Nutzen des arabischen Vollblutsports ausfallen könne. Gut vorstellbar auch, so "His Highness", dass er einen Starter für 2010 kauft.

Und warum ließen die Scheichs die hochrangigen Renn-Club-Funktionäre bei deren Reise nach Doha eher links liegen? Für das diesjährige Derby, so der Scheich, sei die Zeit zu knapp gewesen. Außerdem spüre auch sein Land, drittgrößter Erdgasexporteur der Welt, die Wirtschaftskrise. Für das nächste Derby kündigte er jedoch an: "Wir werden zu passender Zeit Gespräche führen."

Im Gegensatz zum Vorjahr, als der Scheich seine Freunde in einem weißen Zelt direkt am Zieleinlauf empfing, wählten die Wüstensöhne diesmal eine klimatisierte Lounge im ersten Stock des NH-Hotels. Von dort aus hatten die Araber hervorragenden Blick über die Rennen - und ihre Ruhe. In Katar und Paris lässt der Cousin des Emirs Hamad bin Khalifa al-Thani 30 Vollblüter trainieren. Ihr Verwandter, Scheich Abdullah, brachte im Qatar Cup (80 000 Euro) gestern den Hengst General an den Start. Der als 18:10-Favorit gestartete Schimmel siegte souverän.

Die Siegerehrung nahm Scheich Mohamed bin Faleh al-Thani vor. Am Sonnabend hatte er mit seinen Söhnen Abdullah (14), Nasser (20) und Faleh (23) eine Gokart-Bahn besucht.