Eishockey: Freezers-Neuzugang Jason Pinizzotto steht vor seinem ersten Ligaspiel

"El Pistolero" setzt auf verspätete Volltreffer

Ein echter Knipser soll er sein, dieser Jason Pinizzotto. Einer, der vor dem Tor unheimlich effizient zu Werke geht. "El Pistolero" nannten sie ihn...

Hamburg. Ein echter Knipser soll er sein, dieser Jason Pinizzotto. Einer, der vor dem Tor unheimlich effizient zu Werke geht. "El Pistolero" nannten sie ihn einst in Bremerhaven wegen seiner Qualitäten im Absch(l)uss: 54 Tore in 83 Spielen erzielte der Angreifer für den Zweitligaklub, anschließend wechselte er nach Düsseldorf und von dort im Sommer nach Hamburg. Bei den Freezers hatte der Scharfschütze bislang allerdings nur eines: Ladehemmung.

Der Grund dafür ist so einfach wie schmerzvoll. Nach gutem Start in die Vorbereitung zog sich der Deutschkanadier bei einem Turnier in der Slowakei eine Schultereckgelenksprengung zu, absolvierte deshalb bislang kein Pflichtspiel für seinen neuen Klub. Doch jetzt scheint das Ende der Leidenszeit greifbar nah, der 28-Jährige steht vor dem ersten Einsatz für die Freezers in der Deutschen Eishockey-Liga. "Ich kann es natürlich kaum erwarten", sagt Pinizzotto. "Nach den Eindrücken aus dem Training bin ich am Freitag dabei."

Auch Teamarzt Bernd Kabelka gibt grünes Licht für den Auftritt gegen die Augsburger Panther (19.30 Uhr, Color-Line-Arena), der die dreimonatige Pinizzotto-Pause beenden würde. "Die ersten sechs Wochen waren schwer, weil ich neu in Hamburg war, aber nicht wirklich zum Team gehörte", erzählt der leidenschaftliche Golfer. "Die Integration hat danach aber sehr gut geklappt und jetzt fühle ich mich wirklich wohl." Über die schwere Zeit hinweg halfen ihm vor allem eine Bekannte aus Toronto und Freezers-Co-Trainer Maurizio Mansi. Während Freundin Carol mit ihm Hamburg unsicher machte und sich um die Verpflegung kümmerte, konnte der Coach dem 1,89-m-Mann mit eigenen Erfahrungswerten die größten Ängste vor den Folgen der Verletzung nehmen.

"Auch Trainer Bill Stewart hat mir sehr geholfen", sagt Pinizzotto. "Er hat mir die Zeit gegeben, die Verletzung vollständig auszukurieren. Anderswo schicken sie einen damit schon früher aufs Eis". Rückblickend kann er nun seinen Leiden sogar etwas Gutes abgewinnen. "Wenn es mich schon unbedingt treffen musste", meint der Stürmer, der mit Mischlingshündin Blue in Niendorf lebt, "dann lieber am Anfang der Saison als am Ende in den Play-offs. Es stehen zum Glück noch genug Spiele an." In diesen will der Profi, dessen Großeltern mütterlicherseits einst von Karlsruhe nach Kanada auswanderten, nun den Freezers mit harter Arbeit und guter Chancenverwertung weiterhelfen. Wo auch immer ihn der Trainer aufstelle. Eigenschaften, die seinen Mannschaftskollegen zuletzt manchmal fehlten.

© Hamburger Abendblatt 2018 – Alle Rechte vorbehalten.