Hamburger Motorrad-Pilotin berichtet von Erlebnissen in den Niederlanden

"Jetzt kann auch die Rallye endlich kommen"

Bei schönstem Herbstwetter präsentierten sich in Valkenswaard viele zumeist niederländische Teilnehmer der Rallye Dakar (3. bis 18. Januar) ein letztes Mal vor dem Start ihren Fans. Im Abendblatt berichtet die einzige deutsche Motorradpilotin im Feld, die Hamburgerin Christina Meier, von ihren Erlebnissen bei den sogenannten "Pre-Prologues". Hier geht’s zur Bildergalerie.

Valkenswaard. Nachdem ich schon im letzten Jahr hierher gekommen war und mich unter die Rallyeverrückten gemischt hatte, stand der Termin für 2008 bereits seit langem in meinem Kalender. So eine Veranstaltung ist leider in Deutschland allein vom Zuschauer- und Medieninteresse her undenkbar. Die gemeinsame Vorfreude auf die bevorstehende Dakar zu genießen ist einfach großartig. Alles dreht sich darum, wer in den letzten Nächten am Längsten in der Werkstatt am Rallyefahrzeug geschraubt hat und was noch alles zu erledigen ist, ehe die Fahrzeuge am 26. November in Le Havre verschifft werden können. Zu diesem Thema hat jeder etwas zu berichten.

Gemeinsam mit dem Koch Carsten von Have-Holst habe ich mich durch das Fahrerlager gearbeitet, um unsere eigens kreierten Power-Riegel zum Probieren anzubieten. Den Kalorienverbrauch für einen Rallyetag abzuschätzen, ist relativ schwierig, aber er wird weit über meinem normalen Tagesbedarf während des Büroalltages liegen, deshalb ist der Riegel hochkalorisch ein Ausdruck, der jeden Diätanhänger in die Flucht schlägt. Zum Glück jedoch nicht die anderen Rallyeteilnehmer. Wir dürfen also gespannt sein, ob auch die anderen Teams unser Powerfutter während der Rallye genießen werden.

Beim eigentlichen "Pre-Prolog" bin ich nicht mitgefahren, der war den niederländischen Teilnehmern vorbehalten. Aber so hatte ich ausreichend Zeit, um meine Runden im Fahrerlager zu drehen und meinen neuen Rallyeumbau für meine Yamaha WR 450 zu präsentieren. Der stammt aus Portugal und hat das Interesse der anderen Rallyefahrer und -bastler geweckt. Mit viergeteilten Tanks und der sehr schmalen Form unterscheidet er sich deutlich von anderen Umbauten. Wenn dann die Rallyegemeinde so um das eigene Motorrad streicht und es mit einem anerkennenden: "...hmmm, ja, sieht sehr gut aus!" kommentiert, dann freut sich jeder Fahrer, der seine gesamte Freizeit in dieses Werk gesteckt hat. Jetzt kann auch die Rallye endlich kommen.