Freezers: Paul Manning kehrt gegen Frankfurt zurück ins Team

Ewan macht die Mannings froh

Der Verteidiger wurde am Sonntag zum ersten Mal Vater – und kann am nächsten Sonntag Rekordspieler der Freezers werden.

Hamburg. Auch wenn es eine harte Trainingseinheit war, die die Eishockeyprofis der Hamburg Freezers am Dienstagmorgen zu absolvieren hatten, so war die Müdigkeit bei Paul Manning nicht auf die sportliche Belastung zu rückzuführen. Der 29 Jahre alte Verteidiger führt seit Sonntagnachmittag um 15.45 Uhr ein neues Leben. Im Krankenhaus Henstedt-Ulzburg brachte seine Ehefrau Trina (30) das erste gemeinsame Kind auf die Welt. Und Söhnchen Ewan, 3600 Gramm schwer und 52 cm groß, hält die Mannings seitdem auf Trab.

"Der Moment, in dem ich Ewan zum ersten Mal auf dem Arm halten konnte, ist mit Worten nicht zu beschreiben. Das, was mir alle Eltern vorher gesagt haben, stimmt: Man muss eine Geburt selbst erleben, um zu wissen, was da emotional vor sich geht", sagt Manning, der seiner Frau während des elf Stunden dauernden Geburtsvorgangs nicht von der Seite wich. "Meine Frau ist seit Sonntag meine Heldin. Was sie bei der Geburt durchgemacht hat, das war sehr beeindruckend", sagt er.

Im ersten Freudentaumel versäumte das Paar, das im Sommer 2006 in der Toskana heiratete, auf das Geschlecht des Kindes zu achten. "Wir wollten uns überraschen lassen, und als Ewan da war, haben wir uns zunächst so sehr gefreut, dass er gesund war, dass wir gar nicht auf die kleinen Details geschaut haben", sagt Manning. Erst als es um die Namensgebung ging, wurde der Säugling genauer untersucht. Der Name Ewan, der aus dem Schottischen stammt, ist eine Reminiszenz an Pauls Großeltern, die Schotten waren.

Die erste Nacht verbrachte die junge Familie gemeinsam im Krankenhaus, und da Trina völlig erschöpft war, hatte der Vater viel Zeit mit dem Neugeborenen. "Er wollte nur auf dem Arm schlafen, und deshalb habe ich nicht wirklich viel Schlaf bekommen", sagt er lachend. Bereits am Montag konnten die Mannings je doch in ihre Wohnung in Poppenbüttel zurückkehren, wo Trinas Mutter und Großmutter bereits warteten. "Seitdem haben wir sehr viel Unterstützung und können den Kleinen auch mal abgeben, um uns selbst auszuruhen", sagt der passionierte Gitarrespieler, der die zweite Nacht getrennt von Mutter und Kind verbrachte, "um wenigstens etwas Schlaf zu bekommen. Immerhin muss ich ja für meinen Beruf fit sein!"

Wie sehr der Kanadier, der in Hamburg noch einen Vertrag bis zum Saisonende besitzt, dem Team am Sonntag gefehlt hatte, beweisen die nackten Zahlen: Mit 0:6 waren die Freezers bei den Straubing Tigers unter die Räder gekommen. "Ein so zuverlässiger und solider Verteidiger wie Paul ist nicht zu ersetzen", sagte Trainer Bill Stewart, "ich bin froh, dass er uns am Freitag in Frankfurt wieder zur Verfügung steht." Übersteht Manning das Gastspiel in Hessen verletzungsfrei und ohne Sperre, steht ihm am Sonntag ein besonderes Jubiläum bevor. Mit dann 278 Spielen würde er den bisherigen Rekordspieler der Freezers, den im Sommer nach Tschechien gewechselten Martin Walter, ablösen. Für Manning ist das zwar eine "schöne Sache", aber nicht wirklich wichtig. Wer will ihm dies in diesen Tagen verdenken, in denen sich alles nur um den kleinen Ewan dreht?