Bundesliga: Bremen in der Krise, Bayern top

Werder Bremen in der Krise

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Werder holte nur ein 1:1 beim Nordderby in Hannover. Bayern lag zunächst zurück, konnte sich jedoch noch einmal aufrappeln und holte sich den Sieg gegen Wolfsburg.

Werder Bremen steckt weiter in der Krise und hat auch im vierten Pflichtspiel nacheinander nicht gewonnen. Die Bremer kamen am Sonnabend bei Hannover 96 nur zu einem 1:1 (1:1) und verloren damit weiter Boden beim Kampf um die Spitzenplätze der Fußball-Bundesliga. Vor 49 000 Zuschauern in der ausverkauften AWD-Arena schoss Hugo Almeida (41.) das einzige Tor für die Bremer. Für die Hannoveraner, die zum dritten Mal in Serie ohne Sieg blieben, hatte Christian Schulz (9.) zur Führung getroffen.

Die Bremer, die insgesamt fünf Spieler ersetzen mussten, zeigten eine wenig überzeugende Leistung, auch wenn sie mehr klare Torchancen besaßen. Ohne Spielmacher Diego und Topstürmer Claudio Pizarro erzeugte Werder zu spät den notwendigen Druck und konnte das Spiel mit dem quirligen Mesut Özil in der Zentrale nur in der letzten halben Stunde dominieren. Probleme besaß Werder meist weiter hinten, vor allem Clemens Fritz und Torsten Frings spielten in der ersten Halbzeit schwach. Fehlpässe der Nationalspieler halfen den Gastgebern, die insgesamt kampfstärker wirkten.

Bremens Trainer Thomas Schaaf konnte der Leistung seiner Elf dennoch etwas Gutes abgewinnen: "Die Leistung der Mannschaft war in Ordnung, wir haben ganz klar sicherer gestanden als zuletzt. Auf beiden Seiten wären mehr Tore möglich gewesen, es war ein sehr intensives Spiel. Leider konnten wir in den wichtigen Situationen nicht den entscheidenden Punkt setzten."

Bayern glänzte

Nach einer famosen Aufholjagd hat der FC Bayern München einen offensivstarken VfL Wolfsburg doch noch in die Knie gezwungen und Kontakt zur Bundesliga-Spitzengruppe hergestellt. Der deutsche Fußball-Meister lag am Sonnabend gegen das Team von Ex-Bayern-Coach Felix Magath scheinbar aussichtslos mit 0:2 zurück, ehe Franck Ribery (41.), Kapitän Mark van Bommel (54.), der eingewechselte Tim Borowski (63.) und Bastian Schweinsteiger (80.) mit ihren Toren für eine spektakuläre Wende zum 4:2-Endstand sorgten. Die Niedersachsen waren vor 69 000 Zuschauern in der ausverkauften Münchner Allianz Arena durch einen Doppelschlag des starken Sturmduos Grafite (31./Foulelfmeter) und Edin Dzeko (33.) in Führung gegangen. Mit 15 Punkten zogen die Bayern in der Tabelle an den "Wölfen" 13) vorbei.

Auch ohne die verletzten Luca Toni (Rippenprellung) und Philipp Lahm (Fuß) wollten die Bayern nach den Siegen in Karlsruhe (1:0) und in der Champions League gegen den AC Florenz (3:0) ihren Aufwärtstrend fortsetzen, aber da spielten die Wolfsburger zunächst nicht mit. Hellwach, ausgeruht und von Magath klug eingestellt fingen die Niedersachsen die bis auf Ribery und Ze Roberto lange behäbig agierenden Bayern ab. Lukas Podolski konnte seine Chance als Toni-Einsatz wieder einmal nicht nutzen, blieb tor- und wirkungslos und wurde in der 76. Minute von Jürgen Klinsmann ausgewechselt.

Die Wolfsburger kombinierten klüger und gefährlicher. Gleich zweimal hatte Jonathan Santana die Chance zur Führung, aber erst scheiterte er an Michael Rensing (15.), dann schoss er freistehend drüber (29.). Die Münchner Abwehrschwächen waren erneut fatal, vor allem Lucio stand neben sich. Nach einer Grätsche von Martin Demichelis gegen Dzeko verwandelte Grafite den Elfmeter eiskalt. Den Doppelschlag gegen die geschockten Bayern machte Dzeko perfekt, der ungehindert von Lucio eine Flanke von Makoto Hasebe einköpfen konnte. Ein Desaster bahnte sich an - aber dann brachte Ribery die Bayern mit einem präzisen Flachschuss ins linke Eck zurück ins Spiel.

45 Minuten zur Aufholjagd blieben und die nutzte der Rekordmeister. Borowski kam für Massimo Oddo - und Ribery trieb weiter an. Der Franzose machte sein bestes Spiel nach seiner Fußblessur. Ze Roberto, der nun linker Verteidiger spielte, wurde noch abgeblockt (50.), aber dann traf Kapitän van Bommel per Kopf. Zuvor hatte VfL-Keeper Diego Benaglio gegen den immer stärker werdenden Miroslav Klose gerettet. Nun waren die Bayern da, auch wenn Demichelis noch einmal auf der Linie einen Schuss des eingewechselten Christian Gentner klären musste (60.).

Ze Roberto machte auch als nomineller Verteidiger Druck, Klose arbeitete - und Borowski traf. Es ging weiter Schlag auf Schlag: Wolfsburgs Marcel Schäfer hämmerte den Ball an die Torlatte (72.), ehe Schweinsteiger die Partie entschied. Der eingewechselte Andreas Ottl vergab sogar noch einen fünften Bayern-Treffer, als er völlig frei nur den Pfosten des Wolfsburger Tores anvisierte.