Bundesliga: Der HSV will gegen Schalke Platz eins behaupten

Bangen um Mladen Petric

Der Kroate erzielte sieben der letzten acht Tore - jetzt legt ihn ein Magen-Darm-Virus flach.

Hamburg. "Mladen ist sehr gefährlich am Ball, verdammt schnell und weiß, wo das Tor steht", sagte Mladen voller Hochachtung. Nein, nein, das war kein Tippfehler. Mit diesen Worten charakterisierte Mladen Krstajic vor dem Bundesliga-Spitzenspiel des HSV gegen den FC Schalke 04 (Sonntag, 17 Uhr, Premiere live) seinen Namensvetter Mladen Petric.

Der Serbe soll bei den Gästen dafür sorgen, dass die unheimliche Torserie des Hamburger Stürmers zu Ende geht, der sieben der letzten acht HSV-Tore erzielte. "Ihn gilt es auszuschalten," lautet der nicht unbegründete Auftrag Krstajics. Petrics Treffer gegen Leverkusen (3:2), Mönchengladbach (1:0) und Cottbus (2:1) waren sechs Punkte wert, dazu schoss der Kroate seinen Klub im Alleingang im DFB-Pokal und dem Uefa-Cup mit jeweils zwei Treffern gegen Bochum und Urziceni in die nächste Runde.

Ob Petric seinen mächtigen Torhunger auch gegen Schalke stillen kann, war allerdings am Freitag noch völlig offen. Der 27-Jährige klagte bereits am Donnerstag nach seiner Rückkehr von der Nationalmannschaft über eine Magen-Darm-Verstimmung, am Freitag musste er das Training sausen lassen und daheim ins Bett legen.

"Sein Einsatz gegen Schalke ist fraglich", lautete Martin Jols besorgte Diagnose denn auch, "aber ich gehe nicht davon aus, dass er auch am Sonntag noch krank ist."

Petric wird alles dafür tun, damit er auflaufen kann. "Ich freue mich besonders auf dieses Spiel", sagte er dem Abendblatt, "auch wenn es nach dem Ausfall von Nigel de Jong noch schwerer wird. Die Schalker haben in dieser Saison wahrscheinlich die beste Mannschaft seit Jahren und auf jeden Fall das Potenzial, den Meistertitel zu holen."

Schalke - dieser Vereinsname hat in Petrics Ohren einen besonderen Klang, seit er die Derbys mit Dortmund erlebt hat. In der vergangenen Saison verlor er mit dem BVB allerdings beide Spiele (2:3, 1:4).

Müsste Petric am Sonntag passen, würde vermutlich Ivica Olic in den Angriff rücken - der Mann, der ihm vor einigen Tagen bei der Nationalmannschaft schlechte Laune bescherte. Beim 0:0 im WM-Qualifikationsspiel in der Ukraine schmorte der zuvor so formstarke Torjäger 90 Minuten lang auf der Bank und wunderte sich hinterher sehr: "Ich war schon sehr überrascht, dass ich draußen war. Wie die ganze Nation." Eigentlich, erzählt Petric, sollte er nach einer Stunde Spieldauer für Olic eingewechselt werden, doch nachdem dieser signalisiert hatte, dass er gut drauf sei und sich zuvor einige Chancen erspielt hatte, verwarf Slaven Bilic seinen Wechselplan.

Am Mittwoch beim 4:0 gegen Andorra durfte Petric dann 90 Minuten durchspielen, doch das Tor traf der HSV-Profi nicht. "Bei allem Respekt, aber dieses Spiel war nicht so anstrengend. Wenn ich das Positive von den Länderspielen nennen soll, dann den Fakt, dass ich noch viel Kraft für die Bundesliga habe", sagte Petric, den jetzt aber womöglich die Erkrankung schwächt.

Unfreiwillig muss sich möglicherweise auch sein Freund von der Nationalmannschaft, Ivan Rakitic, die Partie von außen anschauen. Der Schalker hat nach der Verpflichtung von Farfan seinen Stammplatz verloren, weshalb sowohl Petric als auch Rakitic in den vergangenen Tagen - aus unterschiedlichen Gründen - kaum zu Scherzen aufgelegt waren. "Aber", so kündigt Petric an, "er kann sich darauf gefasst machen, dass es nach dem Spiel den einen oder anderen Spruch gibt."

Oder umgekehrt. Die letzten beiden Heimspiele gegen Schalke verlor der HSV 0:1 und 1:2. Es wäre also nicht verkehrt, würde Petric wieder den Weg zum Tor finden, wie es Krstajic befürchtet.