Paralympics: Medaillenregen

Drei Goldmedaillen für Deutschland

Handbikerin Andrea Eskau, Leichtathlet Matthias Schröder und die Sonar-Segelmannschaft mit Jens Kroker, Robert Prem und Siegmund Mainka haben am siebten Tag der Paralympics die Goldmedaillen Nummer zehn, elf und zwölf für die deutsche Mannschaft gewonnen.

Peking. Der sehbehinderte Schröder (49,45 Sekunden) profitierte von der Disqualifikation des über die 400 Meter schnelleren Chinesen Yansong Li, der seine Bahn verlassen hatte. Vor Qingdao reichte dem 39-jährigen Münsteraner Kroker und seiner Crew Platz fünf im Finalrennen und ein Punkt Vorsprung zum umjubelten Sieg. "Wir sind überglücklich, können es noch gar nicht fassen", sagte Kroker nach seinem Sieg in der Fushan Bucht. Silber sicherte sich die französische Mannschaft um Bruno Jourdren punktgleich mit den australischen Bronzemedaillen-Gewinnern um Steuermann Colin Harrison.

Für einen Protest im Schwimmen nach dem umstrittenen Ausgang des Brustfinales und der Aberkennung der Goldmedaille von Thomas Grimm ist es allerdings zu spät. "Es sollte der Sport im Vordergrund stehen und hier ging es nur um einen Formfehler", kritisierte der deutsche Chef de Mission, Karl Quade. Tatsächlich war die Disqualifikation des Mexikaners Pedro Rangel wegen Tauchens während des Brustrennens rechtens. Weil er aber schon als Sieger auf der Anzeigentafel erschienen war, wurde dem Protest seiner Mannschaft stattgegeben.

Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) wechselte daraufhin den Chef-Schiedsrichter aus und diskutierte den Fall noch hinter den Kulissen. "Ich gehe nicht davon aus, dass es eine dritte Siegerehrung gibt, dann wäre die Außendarstellung des IPC ganz hinüber", sagte Grimm, der auch nicht den Internationalen Sportgerichtshof CAS anrufen will: "Das dauert sehr lange, ich weiß nicht, ob das im Interesse des Sports ist."

Die zweimalige Weltmeisterin Andrea Eskau (Magdeburg), die sich 1998 bei einem Fahrradunfall die Wirbelsäule schwer verletzt hatte, gewann über 36,3 Kilometer auf der Straße mit 13/100 Sekunden Vorsprung vor der Niederländerin Monique van der Vorst Gold. Als Dritte sicherte sich Dorothee Vieth aus Hamburg ihre zweite Bronzemedaille der Paralympics in Peking. "Der Kurs ist landschaftlich sehr reizvoll, aber auch sehr anspruchsvoll", sagte die 47 Jahre alte Geigen-Lehrerin.

Bei den Leichtathletik-Wettkämpfen gewann Claudia Nicoleitzik aus Püttlingen die Silbermedaille im 200-Meter-Sprint. Bronze ging an Thomas Loosch (Wattenscheid) im Kugelstoßen mit 14,44 Metern und an die 54 Jahre alte Birgit Pohl (Gera) im Speerwurf (16,36). Südafrikas Sprintstar Oscar Pistorius gewann im "Vogelnest" nach den 100 m sein zweites Gold über die doppelte Distanz in 21,67 Sekunden. "Usain Bolt ist eine Inspiration für mich, noch schneller zu laufen", sagte der schnelle Prothesen-Sprinter.

Im Segelrevier vor Qingdao haderte 2.4mR-Steuermann Heiko Kröger (Kiel) zum zweiten Mal nach Athen mit Platz vier. Nach Rang sieben im letzten Rennen war Kröger zwar punktgleich mit dem Bronzemedaillengewinner John Ruf, hatte aber weniger Tagessiege vorzuweisen. "Es ist so bitter, zweimal hintereinander Vierter zu werden", sagte Kröger, dem von Geburt an ein Unterarm fehlt. Im Rollstuhlbasketball war für die deutschen Männer nach dem 64:71 gegen Großbritannien im Viertelfinale Schluss.