U-18-Story: Allroundtalent ist in drei Sportarten erfolgreich

Anika muss sich entscheiden

Einmal für die Nationalmannschaft auflaufen, das ist der Traum vieler Nachwuchssportler. Auch Anika Krebs träumt ihn. Dabei weiß die 15-Jährige noch...

Hamburg. Einmal für die Nationalmannschaft auflaufen, das ist der Traum vieler Nachwuchssportler. Auch Anika Krebs träumt ihn. Dabei weiß die 15-Jährige noch gar nicht, in welcher Sportart sie den schwarz-rot-goldenen Dress später einmal tragen will. Die Ausnahmesportlerin spielt nämlich Fußball, Volleyball und seit der letzten Saison auch noch Beachvolleyball - und das alles ziemlich erfolgreich.

Allein in dieser Saison stehen der B-Jugend-Meistertitel mit den Fußballerinnen des HSV, die Vizemeisterschaft mit den U-18-Volleyballerinnen des VfL Geesthacht und zwei zweite Plätze in den Altersklassen U 17 und U 18 mit ihrer Partnerin Marie Fleischmann bei den Hamburger Beachvolleyballmeisterschaften auf ihrer Erfolgsliste. Und das ist nur ein kleiner Auszug aus ihrer umfangreichen Titelsammlung.

Doch wie lange will die Hamburgerin eigentlich auf drei sportlichen Hochzeiten tanzen? Ein Jahr noch will sie den Spagat wagen. Dann ist Schluss - zumindest erst einmal für eine Sportart. "Ich muss mich entscheiden. Wenn ich es in einer Sportart nach ganz oben schaffen will, muss ich jeden Tag darin trainieren", sagt die 15-Jährige.

Nicht ganz unwichtig: Neben der Sportkarriere geht Anika in die zehnte Klasse der Gesamtschule Alter Teichweg, Hamburgs Partnerschule des Elitesports. "Lernen muss ich in der U-Bahn oder eben abends nach dem Training."

Die Zeit ist knapp, denn trainiert wird bei Anika täglich: Zweimal pro Woche schnürt sie die Fußballschuhe, drei- bis viermal wird Volleyball gespielt, und noch mindestens zweimal macht sie zusätzlich Krafttraining. Für Anika selbstverständlich: In der Saisonvorbereitung absolviert sie das doppelte Aufbautraining - im Fußball und im Volleyball. Seit neun Jahren spielt das Ausnahmetalent nun schon Fußball, bereits vier Jahre trägt sie als Spielmacherin die Nummer 10 des HSV. Ihr großes Vorbild: Zinedine Zidane. "Ich bewundere ihn sehr", schwärmt Anika.

Mit Volleyball hat sie erst vor drei Jahren beim VfL Geesthacht begonnen. "Hier muss ich noch Erfahrungen sammeln", weiß Anika, "aber ich bin stolz auf meine Entwicklung." Erstaunlich: Nicht nur im Fußball, sondern auch im Volleyball findet man den Namen Anika Krebs bereits im Kader des Hamburger Auswahlteams. Trotzdem sagt die 15-Jährige: "Dass ich mich so schnell entwickelt habe, ist mein größter Erfolg."

Eine Tendenz, welchem Sport sie weiterhin die Treue halten wird, gibt es nicht. "Es ist alles offen. Da, wo ich wirklich Chancen hätte, werde ich bleiben", sagt die groß gewachsene Allrounderin - und das hört sich schon sehr profihaft an.

Profihaft ist auf jeden Fall auch ihre Organisation, und doch treten immer wieder Konflikte auf: "Ich musste mich öfter entscheiden, welches Spiel oder Turnier wichtiger war." Zeit für andere Hobbys bleibt ihr da nicht mehr: "Sport ist eben mein Leben. Ich trainiere gerne", sagt die Schülerin und lacht. Für ihren großen Traum ist ihr keine Mühe zu groß - und kein Weg zu weit.

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