Volleyball: Cowboys orientieren sich neu

250 Euro ist der Name Hamburg wert.

Hamburg. "Wir haben nach unserem Umzug von Oststeinbek nach Hamburg Kassensturz gemacht und sind zu diesem Ergebnis gekommen", sagte Jan Schneider, der Manager der Volleyball-Männer der Hamburg Cowboys, auf der Pressekonferenz nach dem 1:3 (23:25, 25:22, 22:25, 21:25) im Abstiegsduell gegen Mitaufsteiger VC Bad Dürrenberg/ Spergau. Diese Summe ist bei einem Gesamtetat von 95 000 Euro die Differenz zwischen abgesprungen Kleinsponsoren aus dem Hamburger Vorort und neu gewonnenen Geldgebern.

Sportlich ist der Klassenerhalt nach der unglücklichen Niederlage vor gut 1000 Zuschauern in der Wandsbeker Sporthalle bei jetzt sechs Zählern Rückstand auf die Spergauer kaum noch zu schaffen. Mit Sven Glinker (Knieprobleme) und Sebastian Fuchs (Bänderriss) fielen zwei wichtige, nicht zu ersetzende Akteure aus, auch wenn sich Glinker anderthalb Sätze mühte. "Es hatte aber keinen Sinn", so der 13-malige Nationalspieler, der am Sonntag im Heimspiel (15 Uhr) gegen Champions-League-Sieger VfB Friedrichshafen (live auf www.sportdigital.de) pausiert.

Das Männer-Volleyball-Projekt in Hamburg steht am Scheideweg: Womöglich kann das Team sogar in der Liga bleiben, wenn es wenigstens Vorletzter wird. Etliche Mitkonkurrenten haben ebenfalls wirtschaftliche Probleme. Allerdings wären dann Strukturveränderungen unumgänglich. "Ich mache das jetzt sechs Jahre nahezu ehrenamtlich, ich bin auch etwas am Ende meiner Kraft", stellte Trainer Bernd Schlesinger resigniert fest. Ebenso geht es den unentgeltlich arbeitenden Managern Schneider und Rüdiger Barth. Eine Professionalisierung ist aber nur mit einer neuen sportlichen Heimat möglich. "Warum soll das Team nicht für den ETV oder den FC St. Pauli auflaufen?", fragt Schneider.

( masch )

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