Talent des Jahres 2007: Wir suchen die Nachfolger von Niclas Huschenbeth und Imke Wübbenhorst

Der große Hamburger Nachwuchs-Preis

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Manfred Schäffer

Gesucht werden die Talente des Jahres 2007: Die Hamburger Sportjugend, der Olympiastützpunkt Hamburg/Schleswig-Holstein und die U-18-Redaktion des Hamburger Abendblatts wollen zum achten Mal Hamburgs beste Nachwuchssportler auszeichnen.

Hamburg. Wer hat in diesem Jahr Rekorde aufgestellt, außergewöhnliche Leistungen gezeigt, Meisterschaften gewonnen oder als junger Trainer oder Betreuer dafür gesorgt, dass in seinem/ihrem Verein die sportliche Arbeit vorangetrieben wird? Kandidaten-Vorschläge dürfen von Trainern, Vereins- und Verbandsoffiziellen in den Kategorien Mädchen, Jungen und Mannschaft gemacht werden. Zusätzlich gibt es die Wahl des "Sozialen Talents des Jahres im Sport". Alle Kandidaten dürfen nicht älter als 18 Jahre gewesen sein, als sie ihre wesentlichen Leistungen in diesem Jahr erbracht hatten.

Vorschläge bitte mit kurzer schriftlicher Begründung, unbedingt einer Telefonnummer und möglichst einem Foto senden an:

Hamburger Abendblatt, U-18-Talent des Jahres, Axel-Springer-Platz 1, 20350 Hamburg; E-Mail: U18@abendblatt.de.

Einsendeschluss ist Freitag, der 14. Dezember 2007.

BISHERIGE GEWINNER

Jungen: 2000: Alexander Laas (HSV, Fußball); 2001: Timo Weber (SG Hamburg-West, Schwimmen); 2002: Matthias Franke (UHC, Hockey-Torhüter); 2003: Tobias Kawohl (FWV Vorwärts, Kanusport); 2004: Alessio Ress (HTHC, Hockey); 2005: Eric Johannesen (Allgemeiner Alster-Club/RC Bergedorf, Rudern); 2006: Niclas Huschenbeth (Hamburger SK v. 1830; Schach).

Mädchen: 2000: Julia Heitmann (RC Bergedorf, Rudern); 2001: Ulrike Köhler (HT 16, Judo); 2002: Margarethe Kozuch (CVJM/TV Fischbek, Volleyball); 2003: Julia Kröger (RC Bergedorf, Rudern); 2004: Katharina Schillerwein (HSV, Beachvolleyball); 2005: Desiree Meyer (LAV Nord, Leichtathletik); 2006: Imke Wübbenhorst (HSV, Fußball).

Mannschaften: 2000: Männliche A-Jugend im Hockey des Großflottbeker THGC; 2001: Weibliche B-Jugend im Hockey des HTHC; 2002: Weibliche Handball-A-Jugend der HG Norderstedt; 2003: Hamburg-Vierer der Junioren im Rudern; 2004: Mädchen A im Hockey des Klipper THC; 2005 zwei Sieger: Der leichte Hamburg-Achter im Rudern und das weibliche U-16-Basketball-Team des SC Alstertal-Langenhorn; 2006: Die Ruderinnen Julia Kröger (RC Bergedorf) und Annika Müller (RV Wandsbek).

Soziales Talent (erstmals 2004): 2004: Anna Hillberg (Schachelschweine) und Valentin Richter (Hamburger Rugby-Club); 2005: Patrick Schlüter (Verein "Schule in Bewegung" der Gesamtschule Am Heidberg); 2006: Janina Inselmann, Felix Jünemann und Jan Tietjens (TC Wilhelmsburg; Trampolin).

HAMBURG - Als Niclas Huschenbeth im Frühjahr dieses Jahres seine ersten beiden Partien für seinen Hamburger Schachklub (HSK) in der Bundesliga verlor, trat einer der Zuschauer aufgeregt an den HSK-Vorsitzenden Christian Zickelbein heran, zog ihn beiseite und flüsterte ihm, für jeden aber hörbar, ins Ohr: "Habt ihr da keinen Stärkeren. Mit dem wird das doch nichts."

Der Irrtum gehört bekanntlich zum Geschäft der Kiebitze, jener Brettlagerer, die vorher immer alles und nachher immer alles besser wussten. Niclas Huschenbeth jedenfalls ließ sich von der unlauteren Einschätzung nicht irritieren und zog seinen Weg. Schon vier Wochen später machte Hamburgs Talent des Jahres in Baden-Baden in seinen nächsten beiden Bundesligaspielen mit einem Sieg und einem Remis den HSK zum deutschen Vizemeister.

Es sollten 2007 nicht die einzigen Glanzzüge des 15 Jahre alten Gymnasiasten bleiben. Bei der Vereins-EM in der Türkei erzielte er seine erste von drei benötigten Normen für den (ewigen) Titel eines Großmeisters, Ende Oktober gewann er in Hamburg ein internationales Turnier und darf sich demnächst als bisher jüngster Hamburger "Internationaler Meister" nennen. Nach diesen Erfolgen gilt er zudem als Kandidat für die deutsche Juniorenauswahl, die bei der Schach-Olympiade im November 2008 in Dresden starten darf. "Die Auszeichnung des Abendblatts hat ihn beflügelt", glaubt Mentor Zickelbein, "Niclas hat sehr zielgerichtet gearbeitet und einen großen Leistungssprung gemacht."

"Ich bin überrascht, wie gut es derzeit für mich läuft", sagt Niclas Huschenbeth bescheiden. Seine Stärke ist die Kombination, und vor seinen Einfällen sind selbst die besten Schachspieler der Welt nicht mehr sicher. Aus seinem Talent hat er viel gemacht. Das stellte kürzlich auch besagter Kiebitz fest: "Ganz schlecht ist er nicht. Das habe ich ja schon immer gesagt."

HAMBURG - Manchmal geht es richtig schnell. Vor 18 Monaten noch kickte Imke Wübbenhorst, Hamburgs Talent des Jahres 2006, mit der Duisburgerin Fatimire Bajramaj und der Potsdamerin Babett Peters in der U-19-Auswahl des DFB, holte in der Schweiz den Nachwuchs-EM-Titel. Während HSV-Mittelfeldspielerin Imke Wübbenhorst im Sommer auf Island mit der U 19 den EM-Sieg wiederholte, wurden Bajramaj und Peters mit den Frauen in China Weltmeisterinnen.

"Neidisch auf die beiden bin ich überhaupt nicht", sagt die 21-malige U-19-Nationalspielerin. Schon im vergangenen Jahr habe sich gezeigt, dass die etwas älteren Peters und Bajramaj einen Leistungsvorsprung hatten: "Sie haben sich die Nominierung für die Nationalmannschaft echt verdient."

Die so nahen Vorbilder motivieren sie eher, ebenso die Tatsache, dass 2011 die WM im Frauenfußball in Deutschland stattfinden wird. "Dann will ich unbedingt mit dabei sein", sagt die 19-jährige, die demnächst ihre Abiturklausuren schreiben muss. Den nächsten sportlichen Schritt hat sie schon gemacht, ist in den Kader der U-20-Auswahl des DFB aufgerückt, war zuletzt im ein Jahr jüngeren Nachwuchs eine der Stammspielerinnen.

Auch im Bundesliga-Team des HSV ist die 1,73 Meter große Imke eine feste Figur. "Sie hat ein großes Potenzial", weiß ihr Trainer Achim Feifel, der die Stürmerin auf defensive Mittelfeldspielerin umlernen ließ. Als Schaltzentrale zur Einleitung der Angriffe ist sie nicht wegzudenken. Mit durchaus robustem Einsatz weiß sie aber auch gegnerische Angriffsversuche rechtzeitig zu stoppen. In ihren 41 Erstligaspielen sah sie überdurchschnittlich viele 16 Gelbe Karten, musste gar zweimal mit Gelb-Rot vorzeitig in die Kabine. Sich körperlich im Fußball durchzusetzen, das hatte sie zehn Jahre lang in ihrer Heimatstadt Aurich gelernt. "Da habe ich nur mit Jungen gespielt, Mädchenmannschaften gab es nicht", sagt die Schülerin des Norderstedter Copernicus-Gymnasiums, die 2005 zum HSV gewechselt war.

"Die Konkurrenz auf meiner Position in Deutschland ist riesengroß", weiß Imke Wübbenhorst. Derzeit besetzen Renate Lingor und Simone Laudehr in der Nationalelf diesen Posten. Zum Ende der Saison läuft Imkes Vertrag beim HSV aus. Ob sie ihn verlängern wird, hängt auch von der Verwirklichung ihres Studienwunsches ab. "Ich will Sportwissenschaft studieren, später in die Verbandsarbeit oder den Journalismus gehen", beschreibt sie ihre Pläne. Sollte es nichts mit dem Studium in Hamburg werden, stünde ein Wechsel an. Aber: "Hamburg ist eine tolle Stadt, ich würde gern bleiben."

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