Promoterstreit Kohl/Öner eskaliert

HAMBURG. Der härteste Kampf fand außerhalb des Seilgevierts statt. Superweltergewichts-Weltmeisterin Karolina Lukasik wollte gerade zum letzten Gefecht des Jubiläums-Abends in den Ring steigen, als an der Roten Ecke Fäuste flogen. Ahmet Öner, Chef des Hamburger Profistalles Arena, und zwei Begleiter prügelten sich mit einer siebenköpfigen Gruppe Sicherheitspersonal. Öner ging nach Schlägen und Fußtritten zu Boden, kam jedoch ohne Blessuren davon. Seine Begleiter erwischte es heftiger: Beiden mussten im Krankenhaus Platzwunden genäht werden, einer erlitt gar eine so schwere Augenverletzung, dass er wahrscheinlich auf einem Auge blind bleiben wird.

Als Ursache der Schlägerei gab Öner im Gespräch mit dem Abendblatt an, er sei von der Gruppe den ganzen Abend über mit Gesten, Blicken und verbal provoziert worden. Tatsächlich gab es auf beiden Seiten Provokationen. Die Situation eskalierte in dem Moment, als ein Begleiter Öners mit einem Holzschemel auf seine Kontrahenten losgehen wollte. "Ich habe den Eindruck, dass die Schläger auf uns angesetzt waren. Das war eine geplante Aktion von Universum", sagte der Deutschtürke, der von der Polizei aus der Arena geleitet und mit einem Hausverbot belegt wurde. Universum-Sprecher Christof Hawerkamp wies die Vorwürfe zurück, Universum-Chef Klaus-Peter Kohl, der sich grundsätzlich nicht zu Öner äußert, sagte: "Solche Dinge sind unschön. Ich muss aber erst den Sachverhalt klären, ehe ich mich äußere."

Schon seit Monaten schwelt zwischen Universum und Öner ein Streit um die Vormachtstellung im Boxen. Weil Kohl und sein Schwiegersohn Dietmar Poszwa, Chef des dritten Hamburger Profistalles Spotlight, sich von Öner mehrfach bedroht fühlten, wurde für Sonnabend neben der 165 Mitarbeiter starken Pütz-Security ebenjenes Schweriner Privatsicherheitsteam engagiert, an dessen Spitze der in der Hamburger Türsteherszene bekannte Thomas "Togger" G. agierte. Öners Vorwurf, dieser sei ein stadtbekannter Neonazi, bestätigte sich nach Abendblatt-Recherche nicht. Wohl ist G. wegen verschiedener Delikte polizeibekannt, ein rechtsradikaler Hintergrund konnte ihm noch nicht nachgewiesen werden.

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