U-18-Porträt: Volleyballtalent

Merten Krüger: Auf Umwegen zum Ziel

HAMBURG. Zuweilen muss man Umwege gehen, um ans Ziel zu kommen. Für den 16-jährigen Bramfelder Merten Krüger ist es der Umzug aus der elterlichen Wohnung ins Volleyball-Internat des 1. VC Olympia Berlin. "Ich hatte mir die Umstellung schlimmer vorgestellt", sagt Merten, der seit Sommer 2006 in der Hauptstadt wohnt. Eine Besonderheit im Volleyball: Bei Jugendmeisterschaften darf er für seinen Heimatklub starten, und deshalb versucht er an diesem Wochenende, mit der B-Jugend des 1. VC Norderstedt im bayerischen Dachau deutscher Meister zu werden.

"Unter die ersten acht sollten wir schon kommen", gibt der 1,93 Meter große Schlaks sein Mindestziel vor. Ungewöhnlich für einen Volleyballer seiner Größe: Merten ist Zuspieler. Aber letztlich kein Wunder. Vater Arwed hat einst selbst in der Ersten Liga gepritscht, danach noch lange Jahre die Pässe beim Zweitliga-Klub Tus Berne verteilt. "Als ich klein war, wollte ich in den Auszeiten am liebsten immer runter von der Tribüne, um mit meinem Vater ein paar Bälle zu spielen", erinnert sich der Zehntklässler, der das Coubertin-Gymnasium in Berlin besucht, eine Eliteschule des Sports. Auch Martina Schwarz, seine frühere Jugendtrainerin in Norderstedt, sah das Talent in den Fingern, übte immer wieder das Zuspiel mit ihm. Schwarz ist Expertin, war als Zuspielerin der DDR-Auswahl Silbermedaillengewinnerin bei Olympia in Moskau.

Trotz der guten Förderung wurde Merten der Umzug in eines der Leistungszentren des Deutschen Volleyball-Verbandes von den Nachwuchs-Bundestrainern nahegelegt, hier gehört er zum erweiterten Kader der Jugendnationalmannschaft. Jeden Morgen wird von 8 bis 9.30 Uhr trainiert, ehe der Unterricht beginnt, der sich bis in den Nachmittag hinzieht. Von 17 bis 20 Uhr wird erneut an der sportlichen Fortentwicklung gefeilt.

In der vergangenen Saison lief Merten für den VCO in der Regionalliga auf, nächste Serie in der Zweiten Bundesliga. "Mein Ziel ist es, in der Ersten Bundesliga zu spielen", sagt er.

Mit zwei Mitspielern bewohnt er eine große Dreizimmerwohnung, für ihr Essen müssen die Jugendlichen selbst sorgen - auch ihre Zimmer in Ordnung halten. "Darauf achtet der Erzieher", so Merten.