Eishockey: Freezers gegen Nürnberg

Plachta will zurückzahlen

HAMBURG. Sein schönstes Weihnachtsgeschenk hat Jacek Plachta auf dem Eis der Color-Line-Arna erhalten. Bei der 2:3-Niederlage gegen Hannover am zweiten Weihnachtstag wurde der 37 Jahre alte Angreifer von den Fans der Hamburg Freezers gefeiert wie kein anderer Spieler. Es war das Heimdebüt des Deutschpolen, nachdem er sich am 3. Oktober beim Gastspiel in Straubing eine Schultersehne gerissen hatte, und auch wenn er nur wenige Minuten Spielzeit bekam, war er für die Anhänger der Mann des Spiels. "Wenn man nach so einer langen Zeit derart gefeiert wird, tut das unheimlich gut. Es zeigt, dass die Fans mich nicht vergessen haben", sagt Plachta gerührt.

Als "Urgestein" des Vereins - neben Torhüter Boris Rousson und Verteidiger Mike Smazal ist er letztes verbliebenes Gründungsmitglied - hat Plachta eine besondere Beziehung zu den Anhängern. Während seiner Verletzungspause war er bei Heimspielen häufig in der Arena unterwegs, um Autogrammwünsche zu erfüllen. "Der Zuspruch, den ich da erhalten habe, hat mir gut getan. Dennoch war es schlimm, nicht auf dem Eis helfen zu können, dass wir unsere Ziele erreichen", sagt er.

Daran will er ab sofort mit Volldampf arbeiten. Schon heute (19.30 Uhr, Color-Line-Arena), im Heimspiel gegen seinen Exklub Nürnberg Ice Tigers, wird der Angreifer mehr Eiszeit erhalten. "Wir waren in Frankfurt und gegen Hannover vorsichtig mit Jacek, aber die Schulter hält. Ich werde ihn jetzt verstärkt im Penalty-Killing einsetzen", kündigte Trainer Bill Stewart gestern an.

Der Coach setzt darauf, dass Plachta "mit seiner Einstellung und seiner Erfahrung" dem Team helfen wird. Der Angreifer sticht zwar selten durch besondere Aktionen heraus, ist aber ein verlässlicher Arbeiter, in seinen Leistungen stets konstant - und vereint damit genau die Eigenschaften in seiner Person, die dem Team derzeit fehlen. "Ich werde versuchen, das in mich gesetzte Vertrauen zurückzuzahlen", sagt der Hoffnungsträger, "aber es geht nur, wenn alle im Team 100 Prozent geben."

Im Mai 2007 wird Plachta 38 Jahre alt. Ob er dann in seine Heimat Schwenningen zurückkehrt, ist unklar, zumal seine Frau Sabine seit Saisonbeginn mit ihm in Hamburg lebt, da Sohn Matthias (15) in Mannheim ein Eishockey-Internat besucht. "Ich werde auf jeden Fall weiter Eishockey spielen, am liebsten in Hamburg", sagt er. Mit konstanten Topleistungen kann er Argumente für einen Verbleib liefern.

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