Gold für Peter Leissl

TV-Kritik

Der olympische Marathon geht auch für die TV-Macher dem überfälligen Ende entgegen. Vom Olympia-Karneval der Völker zum öffentlich verordneten Frohsinn der Mainzer Narren und Narralesen. Oder: Von Mainz, wie es palavert und plappert, zu Mainz, wie es singt und lacht. Grund genug, auch den Kommentatoren, Reportern und Moderatoren Medaillen zu verleihen.

Blech geht dabei an Jana Thiel (Ski alpin) und Wolf-Dieter Poschmann (beide ZDF). Sie stöhnte über ihre Formulierungen zu Recht: "Um Gottes Willen." Und Poschmann verwirrte die Zuschauer beim Eisschnellaufen mit überflüssigen Wortkaskaden.

Bronze für die ARD-Reporter Gerd Rubenbauer (Skispringen) und Bernd Schmelzer (Ski alpin). Beide lehnen sich zu oft an ein leicht abgewandeltes Motto der Schlagersängerin Katja Ebstein an: "Im Leben geht so manche Formulierung daneben."

Für seine unübertroffenen Eishockey-Reportagen erhält ARD-Oldie Jochen Sprentzel, der fast komplett in die digitale Nische von "Eins plus" verbannt wurde, Silber.

Gold ist für Peter Leissl reserviert. Der ZDF-Mann überzeugte beim Nordischen Skisport mit einprägsamen Formulierungen und exzellenten Fachkenntnissen. So soll es sein.

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