Sportplatz Hamburg

Die Regenwand beim Training war so dicht, dass sogar das andere Alsterufer dahinter verschwand, aber mit Wasser kennen sich die Ruderer des Hamburger Achters bestens aus. Drei Tage Vorbereitung liegen hinter Richard Nagel, Andreas Clausen, Ole Rückbrodt, Bastian Seibt (alle Der Hamburger und Germania RC), Alexander Bernhardt, Fokke Beckmann (beide RG Hansa), Konstantin Drews (RC Allemannia), Bastian Betthäuser und Steuermann Dirk Draber (beide RC Favorite Hammonia), wenn sie am Sonnabend (8 bis 20 Uhr/Eurosport ab 17.30 Uhr live) auf der Binnenalster die Nationalachter von Deutschland und dem Olympiazweiten Niederlande herausfordern. Landestrainer Bernd Nennhaus traut seiner jungen Mischbesatzung aus Leicht- und Schwergewichten (Durchschnittsalter 21 Jahre) in dem Elferfeld sogar den Sprung ins Halbfinale zu: "400 Meter sind eine sehr kurze Distanz, da kann ein guter Start schon die halbe Miete sein." Für die Hamburger Ruderszene ist das Sprintrennen mitten in der City Abschluss und Höhepunkt der Saison zugleich. Nennhaus: "Eine bessere Werbung für unseren Sport kann man sich kaum vorstellen."

Vier Mal begeisterte er bei "Wetten, dass" Millionen Fernsehzuschauer. "Schwarzgürtel" Muhamed Kahrimanovic (45) , Kampfkunstsportler aus Kaltenkirchen und Träger des 5. Dan Taekwondo, zertrümmerte bei Thomas Gottschalk 15 Flusskieselsteine - mit den bloßen Händen. Sein Konkurrent durfte einen Vorschlaghammer benutzen, aber das half ihm nicht.

Jetzt wollte der Welt- und Europameister in seinem neuen Fit & Fight Center "Mosan" in Schnelsen (Oldesloer Straße 64, 25./26. September: "Tag der offenen Tür") noch einen drauflegen. Er kündigte an: "Ich zerschlage innerhalb einer Minute mindestens 68 Kokosnüsse." Sein Weltrekord steht bei 67 Nüssen. Es klappte nicht: Am Ende blutete Muhameds rechte Hand, er hatte "nur" 48 Kokosnüsse zertrümmert. "Enttäuscht bin ich nicht", sagte der Bosnier: "Die Vorbereitungszeit war leider zu knapp."

Irmgard Rätzke erhält am 1. Oktober anlässlich ihres 50-jährigen Dienstjubiläums die Ehrenmitgliedschaft der Hamburger Turnerschaft von 1816 (HT 16). 1954 trat die heute 84-Jährige dem Verein als Gymnastik- und Turnlehrerin bei. Sie erinnert sich gern an damals: "Früher hatten wir ja noch keine eigene Halle. Da habe ich in den Schulturnhallen Gruppen von bis zu 100 Frauen geleitet. Ich stand dabei auf einem Tisch, und begleitet wurden die Übungen mit Klaviermusik. Aber das hat auch Spaß gemacht".

Noch heute steht Irmgard Rätzke den Mitgliedern der HT 16 an drei Tagen der Woche für insgesamt acht Stunden zur Verfügung. Die frühere hauptamtliche Lehrkraft betreut Allgemeine- und Endoprothesengymnastik sowie Rhythmische Sportgymnastik, Entspannungsübungen und Jazzdance. Ihre Motivaton: "Es macht Spaß, mit bewegungsfreudigen Leuten umzugehen. Schon als Schülerin habe ich gerne Sport gemacht." Wegen ihres Temperaments und ihrer Freude am Sport hat die ehemalige Kampfrichterin innerhalb des Vereins viele Fans. Ihr Metier waren und sind die klassischen Handgeräte Band, Seil, Stab, Ball und Keule. Selbst mit 84 Jahren weiß sich Irmgard Rätzke graziös zu bewegen, und so wird sie von Kursteilnehmern auch "das Wunder der HT 16" genannt.

Hamburgs wahre Eishockey-Stimme kehrt für ein Spiel zurück. Wenn am 10. November die deutsche Nationalmannschaft das Auftaktspiel des diesjährigen Deutschland-Cups gegen die USA in der Color-Line-Arena bestreitet, wird Michael Grünberg das Mikrofon in der Hand halten. Mehr als ein Jahrzehnt war Grünbergs sonores Organ Markenzeichen für das beste Eishockey in der Stadt. Die Hamburg Freezers hingegen setzen auf Radio-Hamburg-Moderator Martin Baum , auch aus Marketinggründen. Aus der Organisation des Länderspiels haben sich die Freezers ausgeklinkt, es wird nun zu einem kleinen Grünberg-Festival. Ehefrau Kirsten , Vorsitzende des Hamburger Eis- und Rollsportverbandes, ist Organisations-Verantwortliche, Sohn Gerrit wird während des Spiels den Anschreibetisch organisieren. Mehr als 1000 Karten sind schon verkauft. "90 Prozent der Gewinne des Verbandes fließen in die Hamburger Nachwuchsarbeit", sagt Kirsten Grünberg.

Nun haben sie sich lieb, die Volleyball-Zweitliga-Frauenteams des CVJM und von WiWa Hamburg. "Es gab im Sommer ein Gipfeltreffen aller Beteiligten, da haben wir alle früheren Irritationen ausgeräumt", sagt WiWa-Manager Carsten Schmidt . Und so starten beide Teams am Sonntag gemeinsam in die neue Saison. Um 17 Uhr blockt der CVJM in der Sporthalle Rüterstraße gegen Aufsteiger SGN Essen, um 20 Uhr die WiWa-Frauen gegen den USC Münster II. Wer beide Spiele sehen will, kann dafür ein Doppelticket erwerben.

Hohen Besuch können die Veranstalter des Bundesliga-Finales der Mountainbiker vermelden. Olympiasiegerin Gunn-Rita Dahle aus Norwegen, frisch gebackene Weltmeisterin und Weltcup-Gesamtsiegerin, kommt am Sonntag zum letzten Rennen der deutschen Serie nach Norderstedt. Allerdings werden mit der Russin Irina Kalentiewa und der Olympia-Siebten Ivonne Kraft aus Gaggenau weitere Weltklasse-Pilotinnen versuchen, Dahle an ihrem 17. Saisonsieg zu hindern. Bei den Männern sind der Schweizer Ralph Näf , Europameister von 2003, sowie die Brüder Manuel und Lado Fumic die Farbtupfer im hochklassigen Feld. Die Damen starten um zehn Uhr, die Männer um 15 Uhr.