Roland Gäbler segelt zum fünften Mal zu Olympia

QUALIFIKATION Polgar/Happel scheiterten, Lux surft nach Athen.

Andreas Kling

Palma/Cesme/Athen

Roland Gäbler vom Norddeutschen Regatta-Verein (NRV) Hamburg steht vor seiner fünften Olympiateilnahme im Segeln. Mit seinem neuen Vorschoter Gunnar Struckmann aus Kiel gewann er bei der Tornado-WM vor Palma de Mallorca das nationale Duell gegen Johannes Polgar/Carsten Happel (Kiel/Hamburg). Auch die überraschende Silbermedaillengewinnerin von Sydney 2000 im Mistral-Surfen, Amelie Lux (Kiel), wird die deutschen Farben in Athen vertreten. Ihre Konkurrentin Romy Kinzl (Berlin) verpasste die Olympianorm hauchdünn.

Die griechischen Träume von Polgar und Happel endeten bei starken bis stürmischen Winden mit einem spektakulären Überschlag. "Wir lagen dicht an dicht mit Roland, als eine Hammerböe einfiel", erzählt der Steuermann. Es folgte ein frontaler Stecker mit beiden Rumpfspitzen ins Wasser. Sein "Schotte" flog im hohen Bogen ins Mittelmeer, zog sich aber nur eine Bänderdehnung und eine Platzwunde am Knie zu. "Es hätte viel mehr passieren können", sagte der niedergeschlagene Polgar, der trotz der Niederlage weitersegeln will. Platz 14 reichte weder zur Erfüllung der NOK-Kriterien, noch um den Routinier Gäbler zu besiegen.

Zwei Jahre nach seinem Comeback als Aktiver feierte der ehemalige Bundestrainer den zwölften Rang, war aber kleinlaut: "Es gibt immer noch sehr viel zu tun, wenn wir im August in Athen vorne dabei sein wollen." Beim Bronzemedaillengewinner von Sydney waren technische und taktische Defizite gegenüber der Weltspitze unübersehbar; kein Wunder, nach erst acht Monaten Crewzusammenspiel mit dem 22-jährigen Struckmann. "Immerhin haben wir uns selbst aus der Patsche geholt und nicht frühzeitig aufgegeben", meinte der 39-Jährige, der nach der ersten WM-Wettfahrt auf Platz 42 lag.

Zur emotionalen Achterbahnfahrt wurde das Frauen-Finale der Mistral-WM im türkischen Cesme. Auf Grund eines Fehlers im Ergebnisdienst rutschte Romy Kinzl quasi erst kurz vor der Siegerehrung vom 12. auf den 13. Rang ab und verpasste die NOK-Norm um einen Punkt. Am Sonnabendnachmittag war Amelie Lux noch deprimiert, nachdem das letzte Rennen ausgerechnet bei Leichtwind, der ihr besonders liegt, abgebrochen wurde und Kinzl "auf dem Papier" eine Ausscheidung erzwungen hatte. "Während des Rennens hatte ich sie sicher kontrolliert", berichtete Lux (27), die nur WM-34. wurde. Erst der Wertungsfehler brachte sie nach Athen.

Bei den Männern hatte sich Toni Wilhelm (21/Kiel) als Achter überraschend das Ticket geholt. Einen weiteren Kieler Erfolg könnte es heute bei den 49ern geben. Marcus Baur lag mit Max Groy (Fleckeby) in der griechischen Hauptstadt vor dem Finaltag auf Kurs Vizeweltmeisterschaft. Damit wären die amtierenden Europameister ein heißer Medaillenaspirant für die Olympischen Spiele.

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