Beim Weltcup der Springreiter in Las Vegas

Michaels-Beerbaum steht vor dem Gesamtsieg

Zwei Starts, zwei Siege und 83.000 Euro gewonnen: Meredith Michaels-Beerbaum macht das Finale im Weltcup der Springreiter von Las Vegas zu ihren Festspielen. Die kleine Amazone aus Thedinghausen flog auf Shutterfly auch bei der zweiten Prüfung zum Sieg und steht bei der inoffiziellen Hallen-WM nach 2005 und 2008 vor dem dritten Gesamterfolg.

Zwei Starts, zwei Siege und 83.000 Euro gewonnen: Meredith Michaels-Beerbaum macht das Finale im Weltcup der Springreiter von Las Vegas zu ihren Festspielen. Die kleine Amazone aus Thedinghausen flog auf Shutterfly auch bei der zweiten Prüfung zum Sieg und steht bei der inoffiziellen Hallen-WM nach 2005 und 2008 vor dem dritten Gesamterfolg. Dagegen verloren die vier weiteren deutschen Starter an Boden.

"Shutterfly ist von Natur aus schnell, ein Rennpferd-Typ", sagte Michaels-Beerbaum. Das Paar rauschte in 32,77 Sekunden ohne Abwurf durchs Stechen und blieb um eine Sekunde vor MacLain Ward (USA) mit Sapphire. "Ich bin so schnell geritten wie ich konnte", sagte der Amerikaner etwas ratlos. Dritter wurde Albert Zoer (Niederlande) in fehlerfreien 34,72 Sekunden mit Oki Doki.

"Es ist einfach schön, hier in den USA zu starten", sagte die gebürtige Kalifornierin, die von den Zuschauern wieder gefeiert wurde. Zur finalen Prüfung in der Nacht zu Montag mit zwei Umläufen geht die Europameisterin mit zwei Punkten Vorsprung in den Parcours. Ein Abwurf könnte sie bereits zurückwerfen. Lokalmatador Ward will jede Chance nutzen und sagte: "Ich wünsche ja niemandem einen Fehler, aber..."

Zu den rund 83.000 Euro Preisgeld aus zwei Siegen erhielt Michaels-Beerbaum wieder eine Edel-Armbanduhr des Sponsors. "Wenn ich nicht schon Botschafterin der Firma wäre, würde ich einen Uhrenladen eröffnen", sagte die Großverdienerin scherzhaft.

Für die weiteren deutschen Starter verlief die zweite Prüfung nicht nach Wunsch. Marco Kutscher (Hörstel) mit Cornet Obolensky, Marcus Ehning (Borken) mit Leconte und Ludger Beerbaum (Riesenbeck) mit Coupe de Coeur erlaubten sich allesamt im Umlauf einen Abwurf und verpassten das Stechen.

Alle drei haben in der Gesamtwertung nur Außenseiterchancen. Lars Nieberg (Homberg) rutschte mit Lucie nach zwei Abwürfen sogar auf Rang 25 zurück und wird wohl auf einen Start im Finale verzichten.

"Erst fehlte das Glück, dann kam Pech dazu", sagte der frühere Europameister Kutscher über den Hinterhandfehler von Cornet, der sich ansonsten gut präsentierte. Ehning übte nach seinem Abwurf Selbstkritik: "Möglicherweise habe ich den Sprung unterschätzt." Co-Bundestrainer Heinrich Hermann Engemann versuchte, die Mannschaft etwas aufzumuntern: "Noch ist alles offen, es kommen noch zwei Runden."