Biathlon: Wilhelm noch mit Chancen auf den Gesamtweltcup

Andrea Henkel siegt im Jagdrennen

Mit einer furiosen Aufholjagd von Sprintplatz 10 zum Sieg hat die sechsmalige Weltmeisterin Andrea Henkel in Trondheim die Ehre der deutschen Biathletinnen gerettet. Bei ihrem zweiten Saisonsieg hängte die Großbreitenbacherin die Sprint-Beste Olga Saizewa auf der Schlussrunde der 10-km-Strecke noch ab.

Kati Wilhelm wurde Fünfte und holte im Gesamtweltcup auf. Bei den Männern verlor Michael Greis den Schlussspurt um Platz 2 und wurde beim 88. Weltcup-Triumph von Ole Einar Björndalen (Norwegen) Vierter.

"Jetzt steht fest, dass nasse Bedingungen mein Wetter sind. Ich mag es zwar nicht, von oben nass zu werden, aber auf der Strecke stört mich das nicht", sagte Andrea Henkel im strömenden Regen von Trondheim. "Ich wollte möglichst weit nach vorne laufen. Das ist perfekt gelungen."

Durch 20 Treffer bei ihren vier makellosen Schießübungen rückte Henkel immer näher an die zunächst mit 33 Sekunden Vorsprung führende Sprintsiegerin Saizewa heran und hängte die beim letzten Schießen einmal patzende Doppel-Weltmeisterin von Pyeongchang am Ende noch ab. Martina Beck (Mittenwald) und Magdalena Neuner (Wallgau) belegten die Ränge 16 sowie 18.

Im Gesamtweltcup büßte die diesmal nur zehntplatzierte Schwedin Helena Jonsson ein wenig von ihrem Punktepolster ein und liegt mit 865 Punkten nun noch 33 Zähler vor Kati Wilhelm. "Es bleibt spannend. Mal schauen, was die nächsten Rennen noch bringen", meinte Wilhelm zufrieden.

"Der Ausgang hätte ein bissel besser sein können, aber es hat trotzdem Spaß gemacht und mit meiner Leistung bin ich sehr zufrieden", sagte Michael Greis. Der Dreifach-Olympiasieger von Turin war als Sieger des Sprints als Erster auf die Strecke gegangen und hatte die Führung bis zu seinen zwei Fehlern beim letzten Stehendschießen verteidigt. "Ich hatte etwas muskuläre Probleme im Rückenbereich. Davon habe ich mich vielleicht beim Stehendschießen ablenken lassen", vermutete Greis.

Am Ende spurtete der 32-Jährige aus Nesselwang mit Simon Eder (Österreich) und Tomasz Sikora (Polen) um Platz zwei, kam aber auf der engen Zielgeraden an beiden Rivalen nicht vorbei. "Die Zielgerade war zugebaut, da bin ich einfach nicht durchgekommen. Ich wollte Platz drei retten, aber es ist mir nicht gelungen. Schade", sagte Greis. Michael Rösch (Altenberg) und Andreas Birnbacher (Schleching) liefen ebenfalls stark und kamen auf die Plätze 14 sowie 16.

Durch den sechsten Saisonsieg baute Ole Einar Björndalen seine Führung im Gesamtweltcup aus. Mit 864 Punkten liegt der Norweger vor den letzen vier Saisonrennen 36 Zähler vor Sikora. Greis (677) ist mit großem Rückstand Vierter.