VW-Pilot per Helikopter zurück nach Fiamballa gebracht

Dakar-Favorit Sainz gibt nach Unfall auf

Zweimaliger Weltmeister aus Spanien musste aufgeben. Carlos Sainz hatte bis zur zwölften Etappe in Führung gelegen. Sein Co-Pilot Michel Perin erlitt eine Schulterverletzung.

La Rioja. Der Traum vom ersten Triumph bei der berüchtigten Rallye Dakar ist für den zweimaligen Weltmeister Carlos Sainz am Donnerstag jäh geplatzt. Der in Führung liegende Spanier musste nach einem Unfall mit seinem VW Race Touareg bei Kilometer 79 auf der 12. Etappe von Fiambala nach La Rioja in Argentinien aufgeben. Sainz überschlug sich ersten Meldungen zufolge mit seinem Wagen und rutschte in einen Graben. Dabei erlitt sein französischer Beifahrer Michel Perin eine Schulterverletzung. Das Duo wurde per Helikopter ins Biwak nach Fiambala zurückgebracht, ehe es nach La Rioja transportiert wurde.

"Ich habe mit beiden gesprochen. Sie sind natürlich sehr enttäuscht, aber auch erleichtert, dass der Unfall glimpflich verlaufen ist", sagte VW-Sportchef Kris Nissen, "es hat keine ernsthaften Personenschäden gegeben. Wir müssen aber die genauen Untersuchungen abwarten."

Für Nissen hat sich die Tücke der Rallye wieder einmal bestätigt: "Wir wussten, dass wir zuerst die Dakar bezwingen müssen, um zu siegen." Der Däne ist dennoch optimistisch, den historischen Triumph noch schaffen zu können: "Wir haben noch zwei heiße Eisen im Feuer." VW wäre der erste Autobauer, der die Dakar mit einem Diesel-Fahrzeug gewinnen würde.

Der 46 Jahre alte Carlos Sainz schien bei der Dakar überlegen seinem erstem Triumph entgegenzufahren. In der Gesamtwertung führte er vor dem Teilstück mit 27:31 Minuten vor seinem Teamgefährten Mark Miller aus den USA. Auf dem dritten Rang folgten der Südafrikaner Giniel de Villiers und sein deutscher Beifahrer Dirk von Zitzewitz aus Karlshof, die in einem weiteren VW Race Touareg 41:13 Minuten hinter Sainz lagen. Miller und de Villiers hatten am Donnerstag die Möglichkeit, VW zumindest die ersten beiden Plätze in der Gesamtwertung zu sichern.

Noch Anfang der Woche hatte Sainz nichts vom Sieg wissen wollen, als hätte er bereits sein Schicksal geahnt. "Die Dakar ist zwei Wochen Wahnsinn. Ein Fehler, und alles kann vorbei sein", hatte "El Matador" erklärt, der 1990 und 1992 im Toyota die Rallye-WM gewonnen hatte. Am Mittwoch durfte sich Sainz noch über einen zusätzlichen Ruhetag freuen, als die Organisatoren die 11. Etappe zwischen Copiapo (Chile) und Fiambala (Argentinien) wegen schlechter Wetterprognosen abgesagt hatten.

Ausgeruht ging der Tross am Donnerstag auf das um 33 auf 485 Kilometer verkürzte Teilstück. Besonders motiviert war Carlos Sainz, nicht nur, weil er den Sieg vor Augen hatte. Der Iberer fühlte sich nach der Verlegung der Dakar von Afrika nach Südamerika pudelwohl. "Ich wusste, dass die Argentinier Motorsport-verrückt sind, aber diese Menschenmassen haben meine Erwartungen übertroffen. Was hier auf den Straßen abgeht, habe ich in meiner Karriere noch nie erlebt", hatte er sich geäußert, ehe ihn das sportliche Schicksal ereilte.