Wichtiger aber wenig glanzvoller Sieg

HSV schlägt Cottbus mit 2:0

Die Hamburger haben ihren Abwärtstrend stoppen können und hielten durch den kaum gefährdeten Sieg Anschluss an die Tabellenspitze. Dabei überzeugten die Rothosen nur bedingt und taten nach der 2:0-Führung nicht mehr als nötig. Cottbus war einfach zu harmlos, um die gefestigte HSV-Defensive ernsthaft in Gefahr zu bringen. Gegen Galasataray ist am Donnerstag eine Leistungssteigerung notwendig. In der Tabelle liegt der HSV nun auf Rang vier. Die Bilder des 24. Spieltags.

HSV-Trainer Martin Jol überraschte erneut mit seiner Aufstellung: Piotr Trochowski saß zunächst nur auf der Bank, dafür spielte Albert Streit von Beginn an. Und im linken Mittelfeld tauchte mit Paolo Guerrero der dritte nominelle Angreifer auf, Mladen Patric und Ivica Olic postierten sich in der Sturmspitze.

Fruchten wollten diese Maßnahmen in der Anfangsphase nur bedingt. Der HSV kam zwar durch Guerrero und Olic zu zwei guten Möglichkeiten, doch Dauerdruck entwickelten die Rothosen nicht. Vielleicht mit Bedacht, denn Jol warnte im Vorfeld davor, ins offene Messer zu laufen. Denn in den vergangenen Heimspielen tat sich der HSV gegen die Lausitzer sehr schwer: Drei Unentschieden waren die ganze Beute in den letzten drei Jahren.

Nach einer halben Stunde folgte der nächste Rückschlag: Petric musste mit einem Muskelfaserriss ausgewechselt werden. Er fällt gegen Galasataray und auch in Gelsenkirchen am kommenden Wochenende aus. Für ihn kam Trochowski in die Partie. Doch die Akzente setzten erst einmal andere: Mickael Tavares flankte gefühlvoll in den Strafraum, wo Olic per Flugkopfball zum 1:0 vollstrecken konnte (32.). Diese Führung brachte Sicherheit ins Spiel, die harmlosen Cottbuser konnten nach vorne keine Akzente setzen. Und nur wenig später machte sich die Einwechslung Trochowskis bezahlt: Alle rechneten mit einer Flanke, doch der deutsche Nationalspieler zielte einen Freistoß aufs kurze Eck und verblüffte Energies Torwart Gerhard Tremmel, der regungslos auf der Linie verharrte (39.).

Auch nach dem Wechsel stürmte der HSV weiter. Ein Kopfball von Olic wurde vom Cottbuser Ivica Iliev auf der Linie geklärt. Zaghafte Angriffsversuche der Gäste wurden zumeist schnell unterbunden. Nur einmal tauchte Dimitar Rangelov vor Rost auf, doch der Winkel war zu spitz. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten versuchte sich die Energie-Spieler auch Mitte der zweiten Halbzeit offensiv, ohne dabei größere Gefahr auszustrahlen. Auf der anderen Seite hatte Guerrero zwei Mal die Chance alles klar zu machen, doch der Peruaner verstolperte den Ball zunächst freistehend (76.), später wurde sein Schuss nach einem Konter abgeblockt.

Am Ende blieb es bei dem wenig glanzvollen 2:0-Erfolg, der den HSV immerhin wieder auf Platz vier der Tabelle bugsiert punktgleich mit dem Zweiten. "Man kann das als Arbeitssieg bezeichnen. Das ist vielleicht schlimm, aber wichtig für uns", sagte HSV-Trainer Martin Jol. "In der zweiten Halbzeit hat uns die Spritzigkeit gefehlt, aber ich bin zufrieden."