Hoffenheim fällt zurück - Rangnick: "Stück weit enttäuscht"

Eintracht Frankfurt - 1899 Hoffenheim 1:1

Herbstmeister 1899 Hoffenheim ist nach dem sechsten sieglosen Spiel in Serie im Titelkampf der Fußball-Bundesliga zurückgefallen. Die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick kam am Samstag nicht über ein 1:1 (1:0) bei Eintracht Frankfurt hinaus.

Frankfurt. Die Hessen traten vor 51 500 Zuschauern in der ausverkauften Commerzbank-Arena eine Halbzeit lang wie ein Absteiger auf, bereiteten den Gästen dann aber viele Probleme. 1899-Spielmacher Carlos Eduardo erzielte in der 10. Minute das 1:0, Michael Fink (47.) glich aus.

"Ich bin heute zum ersten Mal in dieser Saison von den Jungs ein Stück weit enttäuscht", sagte Rangnick. Durch das Remis verlor der Aufsteiger weiter an Boden und liegt nun sechs Punkte hinter Tabellenführer Hertha BSC. "Die wollten doch gar nichts von uns. Wir müssen einfach gieriger sein", übte Kapitän Selim Teber Selbstkritik.

Zwar reichte es für die Eintracht nicht zum ersten Heimsieg 2009, doch die Frankfurter durften sich am Ende wie Sieger fühlen. "Die ersten 30 Minuten sind wir nur begleitend nebenher gelaufen", stellte Trainer Friedhelm Funkel fest. Neben den sieben Dauerverletzten fehlten ihm auch Nikos Liberopoulos und Patrick Ochs, die nicht rechtzeitig fit wurden.

Dafür kehrten die zuletzt gesperrten Martin Fenin, der als einzige Spitze lange nicht zu sehen war, und Marco Russ zurück. Bei Hoffenheim stürmten nach dem Ausfall von Chinedu Obasi Demba Ba und Boubacar Sanogo - und machten vom Anpfiff an mächtig Druck gegen die sehr vorsichtig und teilweise hilflos agierenden Gastgeber. Bereits nach vier Minuten und einem Hackentrick von Tobias Weis hatte Sanogo freie Bahn, der Ex-Bremer schoss jedoch Oka Nikolov an.

Der 34-jährige Torwart hatte den Vorzug vor Markus Pröll erhalten und musste nur sechs Minuten später erstmals hinter sich greifen: Innenverteidiger Marvin Compper hatte Eduardo schön freigespielt und der Regisseur zirkelte den Ball ins Netz. Der kleine Brasilianer hatte an diesem Tag einen Riesen-Aktionsradius und war weder von Fink noch von Chris zu bändigen. Die Frankfurter kamen hingegen kaum vors gegnerische Tor und konnten sich vor der Pause keine einzige echte Chance erspielen.

Bereits nach 42 Minuten war der Arbeitstag von Nikolov beendet. Der Keeper musste wegen Rückenschmerzen wieder Pröll Platz machen und trug sich als Nummer neun in die derzeitige Verletztenliste der Eintracht ein.

Wie aus dem Nichts fiel kurz nach Wiederanpfiff der Ausgleich: Fink köpfte nach Flanke von Alexander Meier ein. Von da an zeigten die Frankfurter viel Biss und ließen die Hoffenheimer nur noch selten zum Zug kommen. Fenin traf in der 72. Minute nur die Unterkante der Latte. Auf der Gegenseite hätte Sanogo um ein Haar die erneute Führung erzielt, doch die Schlussphase gehörte eindeutig der Mannschaft von Funkel. "So richtig hilft uns das Remis da unten nicht raus. Wir müssen auch mal einen Dreier setzen", stellte Russ enttäuscht fest.