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Hertha siegt 1:0 und baut Tabellenführung aus

Dank Tor-Garant Andrej Voronin hat Bundesliga- Spitzenreiter Hertha BSC seine Super-Heimserie ausgebaut und ist der ersten deutschen Fußball-Meisterschaft seit 1931 einen Schritt näher gekommen.

Berlin. Mit dem 1:0 (0:0) über Bayer Leverkusen feierten die Berliner am Samstag im heimischen Olympiastadion ihren zehnten Heimsieg nacheinander und liegen weiter vier Punkte vor der Konkurrenz. Voronin sorgte in der 50. Minute mit seinem glücklichen elften Saisontreffer für den 15. Hertha-"Dreier" der Saison und war wie im Hinspiel der Matchwinner.

Nach einer Rettungstat von Nationaltorwart Rene Adler gegen Woronin prallte das Leder vom Ex-Leverkusener zurück ins Netz. "Meine geile Brust", witzelte Voronin danach. "Für mich ist sch...egal, wie der Ball reingegangen ist. Du kommst raus vor 60 000 Zuschauern, gewinnst das Spiel und bist weiter mit vier Punkten Tabellenführer. Was gibt es Schöneres?"

Manager Dieter Hoeneß umarmte Voronin im Kabinengang. "So muss man solche Spiele spielen. Wir haben kontrolliert gespielt, auf die Gelegenheit gewartet und dann zugeschlagen. Es war kein Glückstreffer, das Tor war klasse herausgespielt", sagte Hoeneß, blieb ebenso wie Trainer Lucien Favre, der eine kurze Tanz-Einlage für die Fans geben musste, mit Blick auf das Meisterrennen aber zurückhaltend. Bayer-Trainer Bruno Labbadia meinte dagegen: "Mit so einer Art, mit so einer Ruhe kann man deutscher Meister werden." Bayer verliert nach der vierten sieglosen Partie in Serie einen Platz im internationalen Geschäft immer mehr aus den Augen. Die vergangenen drei Partien in Berlin hatten die Leverkusener noch gewonnen. "Wir fahren enttäuscht nach Hause. Wir hatten fest daran geglaubt, dass wir hier gewinnen können", sagte Labbadia.

Die 58 753 Zuschauer sahen eine äußerst zähe erste Halbzeit mit nur wenigen Chancen. Die optisch überlegenen Gäste forderten nach dem ersten Eckball nicht zu Unrecht Handelfmeter, als Herthas Linksverteidiger Rodnei den Ball mit dem Unterarm spielte (21.). Nach dem nächsten Eckstoß von Tranquillo Barnetta strich ein Kopfball von Stefan Kießling knapp vorbei (36.). Ansonsten war das Torjäger-Duo Kießling und Patrick Helmes bei Arne Friedrich und Josip Simunic gut aufgehoben. Bayern-Leihgabe Toni Kroos kam trotz des Ausfalls von Arturo Vidal erst in der Schlussphase zum Einsatz.

Hertha begann zum vierten Mal nacheinander mit derselben Formation, kam in der Offensive über Ansätze zunächst aber nicht hinaus. Torjäger Woronin - im Hinspiel Schütze zum 1:0-Sieg - war bestens bewacht. Nach einem Freistoß des Ukrainers lenkte Rodnei den Ball mit der Schulter knapp neben das Gehäuse des bis zur Pause kaum beschäftigten Adler (29.).

Der genesene Publikumsliebling Marko Pantelic blieb auf der Bank und sah 80 Sekunden nach Wiederanpfiff, wie Adler durch Raffaels Flachschuss erstmals geprüft wurde. Kurz darauf hatte der Schlussmann Riesenpech, als er mit Voronin unfreiwillig Ping-Pong spielte. Vorangegangen war ein Zusammenspiel des Torschützen mit Maximilian Nicu nach einem der schnellen Vorstöße der Hauptstädter, die defensiv weiter gut standen und die Partie nun kontrollierten. Ein Freistoß von Michael Kadlec (74.) war Bayers erste Chance der zweiten Hälfte. Aus dem Spiel heraus gelang dem Pokal-Halbfinalisten aber wenig.