Handball-Bundesliga: kein Kreuzbandriss bei Marcin Lijewski

33:17! HSV lässt Dormagen keine Chance

Der HSV bleibt in der Handball-Bundesliga auf Erfolgskurs. Das 33:17 (13:7) gegen den TSV Dormagen war der neunte Sieg in Folge. Mit 31:9 Punkten ist der HSV weiterhin Dritter, da der Tabellenzweite TBV Lemgo (33:9) die Rhein-Neckar Löwen 34:28 besiegte.

Dormagen. Arne Niemeyer lächelte. Das tut er oft, doch diesmal hatte der 27-Jährige allen Grund zufrieden zu sein. Beim 33:17 gegen den TSV Dormagen überzeugte der zu Saisonbeginn aus Minden zu den HSV-Handballern gewechselte Rechtshänder vor 8430 Zuschauern in der Color-Line-Arena gleich auf zwei Positionen: zunächst als Spielmacher, dann im rechten Rückraum. Drei Tore warf Niemeyer, der sonst nur selten zu längeren Einsätzen kommt, und HSV-Trainer Martin Schwalb lobte: "Er hat sich als Alternative angeboten."

Die brauchen die Hamburger auch. Nachdem Krzysztof Lijewski (Adduktorenzerrung) bereits als Ausfall feststand, vertrat sich sein Bruder Marcin in der 20. Minute das linke Knie und musste ausgewechselt werden. Nach dem Spiel fuhr er mit Physiotherapeut Niklas Albers ins Krankenhaus zur näheren Untersuchung. "Ich glaube, dass ist nichts Schlimmes", meinte Lijewski vor der Abfahrt. Nachdem zunächst ein Kreuzbandriss vermutet wurde, gab es nach der Kernspintomographie Entwarnung. Das Kreuzband ist nicht durch, Glück für Lijewski. Die genaue Diagnose steht aber noch aus.

Niemeyer musste fortan die Position des polnischen Linkshänders übernehmen, am Ende der zweiten Halbzeit experimentierte Trainer Schwalb noch mit Hans Lindberg im rechten Rückraum. Der Däne ist zwar Linkshänder, aber ein gelernter Rechtsaußen. Immerhin traf er auch aus der ungewohnten Position einmal. Ebenfalls stark beim HSV: Torhüter Per Sandström. Der Schwede hielt 19 von 36 Würfen 53 Prozent, eine ganz starke Quote. Er wurde von den Fans zum Spieler des Tages gewählt.

Dormagen ist so etwas wie das schlechte Gewissen des HSV in dieser Saison. Am 13. September hatten die Hamburger beim Aufsteiger mit 27:28 verloren, die erste von drei Auswärtsniederlagen bei Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte und der Anfang vom Ende der Meisterschaftshoffnungen. Gut fünf Monate später ist das Team längst wieder auf Kurs, schaffte beim Rückspiel gegen Dormagen den neunten Bundesligasieg in Folge nur der THW Kiel ist inzwischen weit enteilt. Der Titelverteidiger weist acht Minuspunkte weniger als der HSV auf. Präsident Andreas Rudolph hat dann das Saisonziel auch korrigiert: "Vizemeister aber", sagte er, " sollten wir mit dieser Mannschaft schon werden."

Die machte vor allem zu Beginn der zweiten Halbzeit ernst, als die Deckung konzentriert und aggressiv zur Sache und an die Gegner ging, wiederholt Bälle eroberte und im schnellen Gegenstoß zu Toren verwandelte. Rechtsaußen Stefan Schröder, zur Halbzeit eingewechselt, zeichnete sich dabei mit insgesamt acht Toren bei neun Versuchen besonders aus. Ihre 13:7-Halbzeitführung bauten die Hamburger folgerichtig in den nächsten acht Minuten auf 20:9 aus. Die Entscheidung. Danach durfte gezaubert werden. Die Fans dankten es mit lang anhaltendem Applaus.

Am Mittwoch muss der HSV beim Tabellenvierten SC Magdeburg diese Form wiederholen. "Das ist ein ganz wichtiges Spiel für uns", sagte Präsident Rudolph. Am Vorabend hatte er beim Essen mit Vizepräsident Dierk Schmäschke, Trainer Schwalb und Sportchef Christian Fitzek die Planungen für die nächsten Monate besprochen. Die wichtigsten Personalentscheidungen sind im Präsidium inzwischen gefallen. Fitzek (48), dessen Vertrag vor zwei Monaten prophylaktisch gekündigt worden war, bleibt zu etwas geringeren Bezügen im Amt, Goran Stojanovic (43) weiter Co-Trainer, und Geschäftsstellenleiter Christoph Wendt (34) wird den scheidenden Geschäftsführer Peter Krebs vom 1. Juli an ersetzen.

Tore: HSV Hamburg: Schröder 8, Lindberg 6 (2 Siebenmeter), Lackovic 4, M. Lijewski 3, Niemeyer 3, Jansen 3, Flohr 2, Grundsten 1, B. Gille 1, G. Gille 1, Grimm 1. Minden: Lochtenbergh 5 (3), Wisotzki 3, Chantziaras 2, Schindler 2, Henkel 2, T. Meyer 1, Faißt 1, Landsberg 1. Zuschauer: 8430. Zeitstrafen: 3; 2.