Alle Mann an Bord fürs Spitzenspiel in Leverkusen

HSV will die Tabellenspitze stürmen

Der 21. Spieltag der Fußball-Bundesliga bringt den Hamburger SV in eine tolle Ausgangsposition. Bayern verloren, Hertha verloren, Hoffenheim nur Remis - mit einem Sieg im morgigen Spitzenspiel bei Bayer 04 Leverkusen kann der HSV Tabellenführer werden.

Hamburg. HSV-Trainer Martin Jol war zufrieden. Neben Michael Gravgaard, der das heutige Abschlusstraining ohne weitere Komplikationen überstand, ist auch für Tomas Rincon die Freigabe für die Bundesliga von der DFL eingegangen. Der Venezolaner steht damit erstmals seit seinem Wechsel zum HSV im Kader - und das ausgerechnet im Spitzenspiel morgen Abend (17 Uhr) in der Düsseldorfer LTU-Arena gegen Bayer Leverkusen.

"Wir wollen ganz nach oben", sagt Piotr Trochowski und spricht damit stellvertretend für den immer selbstbewusster werdenden HSV. Titel sollen es werden, hatte zuletzt auch Jol öffentlich gefordert. Und während der HSV in vergleichbaren Situationen in der Vergangenheit Understatement praktizierte, der Gebrauch des Wortes Meisterschaft fast verboten schien, gehen alle Beteiligten auch verbal in die Offensive. Selbst der bedächtige Sportchef Dietmar Beiersdorfer fordert vor dem morgigen Spitzenspiel: "Es ist diese Saison alles möglich. Bei der jetzigen Tabellen-Konstellation kommt es auf die Mentalität der Mannschaft an. Wer sich am besten dem gemeinsamen großen Ziel unterordnen kann, der wird am Ende den Titel holen."

Ganz im Sinne seines Sportchefs hatte daraufhin Torwart Frank Rost seine Kollegen aufgefordert, Egoismen zurückzustellen. Kapitän David Jarolim wollte innerhalb der Mannschaft einen neuen Teamgeist festgestellt haben, während Trochowski selbigen schon seit Saisonbeginn ausgemacht haben will. "bei uns hat jeder mehr Verantwortung übernommen. Es ist nicht mehr nur ein einzelner", so der deutsche Nationalspieler in Anspielung auf den Weggang von Rafael van der Vaart, der allzu oft allein für das Wohl und Wehe des HSV verantwortlich gemacht worden war.

Selbst Spieler, die zuletzt (begründet) unzufrieden waren, scheinen sich unterzuordnen. Paolo Guerrero etwa, der in Nijmegen trotz zweier Tore in zwei Spielen für Mladen Patric seinen Platz räumen musste, oder auch Collin Benjamin. Der Namibier wurde von Jol trotz guter Leistungen aus dem Team geworfen, nachdem sich Alex Silva halbwegs fit gemeldet hatte. "Ich versuche es als Begründung für unsere Stärke zu nehmen. Unser Kader hat eben die Qualität, dass so viel gewechselt werden kann", so Benjamins Schlussfolgerung, "deshalb sind wir ja auch der HSV, der Tabellendritte der Bundesliga."