Deutscher Dreikampf bei HEW-Cyclassics

Hamburg. Für welchen Olympiakandidaten sein Herz schlägt, steht Marcel Wüst, getrennt nur durch ein paar Zentimeter Stoff, aufs feine Jackettrevers geschrieben: Dort blinkt beim früheren Radprofi und jetzigen Pressesprecher des Teams Coast jetzt stets die offizielle Anstecknadel der Düsseldorfer Bewerbung für 2012. Auch bei den Repräsentanten der beiden anderen deutschen GS-I-Rennställe ist Hamburg abgeblitzt: Olaf Ludwig (Telekom) favorisiert ebenfalls die Rhein-Ruhr-Kampagne, Gerolsteiner-Manager Hans-Michael Holczer hat es Stuttgart angetan. Und doch ist es die Hansestadt, die das einzige nationale Kräftemessen der Pedal-Prominenz im Jahr 2003 ausrichtet und damit ihren Ruf als Radstandort Nummer eins festigt. Denn bei den 8. HEW-Cyclassics radeln am 3. August erstmals drei deutsche Erstligateams um Weltcuppunkte. "Von einer solchen Konstellation konnte man vor ein paar Jahren nur träumen", erinnert sich Telekom-Sprecher Ludwig. Allerdings tritt sein Team beim bedeutendsten deutschen Eintagesrennen erstmals nicht mit, sondern womöglich gegen Jan Ullrich an. Auf einen Start des zu Coast gewechselten Olympiasiegers, der am 8. April sein Comeback feiern soll, mochte sich Wüst aber nicht festlegen: "Wir müssen sehen, wie er durch das Frühjahr und die Tour kommt. Aber in Hamburg ist Jans Wiege, insofern liegt sein Start nahe." Seine Teilnahme zugesagt hat bereits der NDR: Das 3. Programm überträgt live bis 16 Uhr, dann schaltet sich die ARD ein. Auch die HEW wollen dem Rennen treu bleiben. "Für die Sponsoringaktivitäten hat sich mit der Übernahme durch Vattenfall genauso wenig geändert wie für unsere Kunden", versicherte HEW-Kommunikationschef Christof Coninx. Der Stromversorger werde auch in den kommenden Jahren Hauptsponsor bleiben. "Nichts geht mehr" heißt es indes beim Jedermann-Rennen: Alle 13 500 Startplätze waren nach nur acht Wochen vergeben. (leo)