Boll und Co. verlieren - und feiern trotzdem

Tischtennis-Herren freuen sich über WM-Silber - Damen scheitern im Halbfinale

Moskau. Trotz des glänzend aufgelegten Timo Boll, 29, haben die deutschen Tischtennis-Asse das WM-Finale in Moskau 1:3 gegen die übermächtigen Chinesen verloren. Im Gegensatz zum Olympiaendspiel 2008 in Peking war der Europameister oft auf Augenhöhe, doch ein Punkt von Boll war am Ende zu wenig. Dank der Bronzemedaille der Frauen verbuchte der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) in der russischen Metropole dennoch die erfolgreichste Team-WM aller Zeiten. "Wir werden wohl erst in ein paar Tagen realisieren, was das für eine große Leistung war. Wir waren ganz nah dran, haben am Ende aber die kleinen Chancen nicht konsequent genutzt", sagte der zufriedene Boll. "Wir waren voll mit im Spiel und haben nicht nur zugeschaut. Das ist uns noch nie gelungen. Es kann sich keiner einen Vorwurf machen."

Nach Silber 2004 und Bronze 2006 feierte der Europameister bereits seine dritte WM-Medaille in sechs Jahren und bescherte Bundestrainer Richard Prause einen großen Abschied. Nach der Weltmeisterschaft übernimmt der frühere Nationalspieler Jörg Roßkopf das Kommando in der Box.

Für die Frauen war das Turnier im Halbfinale gegen den späteren Weltmeister Singapur beendet, doch einen ähnlichen Erfolg hatte der DTTB nur 1997 in Manchester verbucht. Damals hatten beide deutschen Teams das Halbfinale erreicht und waren jeweils auf Platz drei gelandet. "Der Erfolg lässt sich kaum noch toppen. Es ist die Bestätigung der Arbeit von allen", sagte DTTB-Präsident Thomas Weikert. Grund zum Feiern hatten auch die Sieger aus Singapur. Immerhin hatte China die vergangenen acht Weltmeisterschaften gewonnen, seit 1975 hieß der Team-Weltmeister der Frauen mit Ausnahme von 1991 immer China.