Premiere League

8:0-Gala: Ballack mit Chelsea englischer Meister

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Michael Ballack ist mit dem FC Chelsea englischer Fußball-Meister geworden. Die "Blues" sicherten sich ihre vierte nationale Meisterschaft.

London. Michael Ballack und der FC Chelsea sind englischer Fußball-Meister. Die West-Londoner machten am Sonntag mit einem 8:0 (2:0)-Torefestival gegen Wigan Athletic nach 1955, 2005 und 2006 die vierte Meisterschaft perfekt. Der 33 Jahre alte deutsche Nationalmann- schaftskapitän feierte gar schon seinen fünften nationalen Meistertitel: Mit dem 1. FC Kaiserslautern 1998, mit dem FC Bayern München 2003, 2005 und 2006 - und nun zum ersten Mal auch auf der Insel. „Ich bin sehr froh - im vierten Jahr hat es endlich geklappt“, sagte Ballack dem Sender BBC. Mit 103 Saisontoren knackten seine „Blues“ zudem die 100er-Marke und stellten einen neuen Premier- League-Rekord auf.

Bei solch einer Fülle von Toren kam der Nationalelf-Kapitän schon mal beim Zählen der Treffer durcheinander. „Es ist fantastisch, dass wir so viele Tore geschossen haben und die Saison mit einem 7:0 abschlossen haben - oder war es 8:0?“, fragte Ballack nach dem Match. „Ich denke, die großen Spiele haben die Saison entschieden, und wir haben alle Spiele gegen die Top Four gewonnen.“

„Das war heute unser Tag“, jubelte „Blues“-Kapitän John Terry, während seine Mitspieler im Stadion an der Stamford Bridge nach dem höchsten Sieg der Saison Freudentänze aufführten. „Die letzten drei Jahre ohne Meistertitel waren hart, aber nun haben wir es wieder geschafft und es verdient“, so der Abwehrchef, dessen Elf am letzten Spieltag der Premier League Verfolger Manchester United keine Chance ließ. Die Manchester-Elf von Trainer Sir Alex Ferguson schlug zwar Stoke City mit dem deutschen Verteidiger Robert Huth mit 4:0 (2:0), wurde aber mit einem Zähler Rückstand Zweiter und verpasste damit nach drei Meisterschaften in Serie einen historischen 19. Titel.

Chelsea-Trainer Carlo Ancelotti, der mit AC Mailand zweimal die Champions League (2003, 2007), aber nur einmal die italienische Serie A gewann (2004), holte derweil gleich im ersten Anlauf die englische Meister-Trophäe. Der Italiener nahm die Lobgesänge der Fans dabei gewohnt bescheiden auf. Terry schickte dagegen einen Gruß an die Erzrivalen: „Zuletzt mussten wir zuschauen, wie Manchester die Trophäe Jahr für Jahr stemmte, und nun sind sie zum Zuschauen verdammt.“ Am kommenden Samstag kann Chelsea mit einem Sieg im englischen Pokalfinale noch das „Double“ holen.

Nach ein paar nervösen Scharmützeln zum Auftakt erwischte Chelsea im Stadion an der Stamford Bridge mit einem offensiv wie defensiv starken Ballack einen Traumstart. Frankreich-Stürmer Nicolas Anelka brachte die „Blues“ früh in Führung (6. Minute). Danach mussten die „Blues“ aber bange Minuten überstehen. Wigan, das Chelsea im Hinspiel im September mit 3:1 geschlagen hatte, schnürte die Titelaspiranten in der eigenen Hälfte ein und drängte auf dem Ausgleich.

Doch nach einer halben Stunde war das Match bereits entschieden. Wigan-Verteidiger Gary Caldwell, der Ballacks Mittelfeldkollegen Frank Lampard im Strafraum umgerissen hatte, sah Rot und der Gefoulte verwandelte den fälligen Elfmeter zum 2:0 (32. Minute). Mit dem Wiederanpfiff begann dann die Chelsea-Gala: Salomon Kalou (54.), abermals Anelka (57.), dreimal Didier Drogba (63./70./Foulelfmeter/80.) und Ashley Cole (90.) spielten Wigan schwindelig. Der Ivorer wurde mit dem 27., 28. und 29. Ligatreffer Torschützenkönig (“Golden Boot“) vor Manchester- und England-Stürmer Wayne Rooney (26 Treffer).

Ballack, dessen Vertrag Ende Juni ausläuft und der sich bislang mit Chelsea nicht über eine Verlängerung einigen konnte, wurde 20 Minuten vor Schluss für Nachwuchsspieler Nemanja Matic ausgewechselt. Der Titelhunger des 33-Jährigen scheint nach dem Triumph noch nicht gestillt: „Noch eine knappe Woche bis wir das Double holen können -wir werden jetzt ein bisschen feiern, aber vielleicht nicht zu viel.“