Ein „provisorischer Einspruch“

Elmshorn findet Mail mit Urteil zur ausgefallenen Oberligapartie gegen Rugenbergen nicht

Elmshorn. Manchmal sind in einem Präsidentenleben die einfachen Fragen am schwersten zu beantworten. „Wir können nichts finden“, beteuerte Elmshorns Präsident Helge Melzer am Sonntag im Gespräch mit dem Abendblatt immer wieder. Melzer suchte im elektronischen Postfach des Vereins die schriftliche Begründung des am vergangenen Montag vom Spielausschuss des Hamburger Fußball-Verbandes gesprochenen Urteils zur ausgefallenen Oberligapartie gegen Rugenbergen. Elmshorn sagte das Duell ab, Rugenbergen zweifelte die Rechtmäßigkeit der Absage an. Zur mündlichen Anhörung beim Spielausschuss erschien nur Rugenbergen – und bekam Recht. Das Spiel wurde mit 3:0 für die Gäste gewertet.

Die mündliche Begründung des Spielausschusses dafür lautete am vergangenen Montag: Die Elmshorner hätten, nachdem der neutrale Platzobmann wohl nicht erreichbar war, dessen Stellvertreter anrufen müssen. Oder ein Mitglied des siebenköpfigen Spielausschusses. Wären diese Versuche nicht erfolgreich gewesen, hätte die Entscheidung über eine Absage dem Schiedsrichter zugestanden. Diese Anweisung sei den Vereinen per Mail mitgeteilt worden. Die schriftliche Fassung dieser Urteilsbegründung wollte Elmshorn nun abwarten, um über eine Berufung zu beraten. Laut Melzer wurde diese aber vom Verband nicht zugesandt.

„Da die Einspruchsfrist endet, werden wir am Montag einen provisorischen Einspruch zum Verband bringen“, sagte Melzer. Für diesen sieht Rugenbergens Trainer Ralf Palapies keine Chance. „Elmshorn II spielte damals. Unser Spiel war vorrangig. Das 3:0 am Grünen Tisch war ein harter Kampf, geht aber in der Höhe voll in Ordnung“, so Palapies augenzwinkernd. Melzer widerspricht. Das Derby Elmshorn gegen Rugenbergen geht wohl über die volle juristische Distanz.